NATO-Übung Cold Response: Sicherheit an Nordflanke der NATO verteidigen 

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Pressekonferenz von Bundeskanzler Merz, Norwegens Ministerpräsident Støre und Kanadas Premierminister Carney NATO-Übung Cold Response: Sicherheit an Nordflanke der NATO verteidigen 

Deutschland trainiert mit Norwegen, Kanada und weiteren Partnern bei der NATO-Übung Cold Response die Verteidigung im Norden. Bundeskanzler Merz verwies auf die Folgen des Iran-Kriegs für die Sicherheit und Energieversorgung in Deutschland.

  • Mitschrift Pressekonferenz
  • Freitag, 13. März 2026
Bundeskanzler Friedrich Merz mit Jonas Gahr Store, Norwegens Ministerpräsident, und Mark Carney, Kanadas Premierminister, bei einer Nato-Übung

Bundeskanzler Merz zusammen mit Norwegens und Kanadas Staatschefs Støre und Carney bei der NATO-Übung COLD RESPONSE.

Foto: Bundesregierung/Jesco Denzel

Bundeskanzler Friedrich Merz besuchte zusammen mit dem norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Støre und dem kanadischen Premierminister Mark Carney die NATO-Übung Cold Response. Ziel der Übung ist es,  die Abschreckung an der Nordflanke der NATO zu verstärken. Der Bundeskanzler betonte bei dem Treffen, dass die Kampfhandlungen gegen den Iran auch Auswirkungen auf die Sicherheit im Hohen Norden haben. Merz sagte, er habe sich vor Ort davon überzeugt, dass die Bundeswehr einen wichtigen Beitrag leiste und Deutschland auch an der Nordflanke der NATO verteidige. 

Das Wichtigste in Kürze:

  • Krieg gegen Iran: Die Welt brauche einen stabilen, lebensfähigen Iran, von dem weder Israel noch andere Partner bedroht würden. Iran müsse seine nuklearen und ballistischen Ambitionen beenden und dem Terror abschwören. Zugleich zeigte sich Merz besorgt, dass es keinen klaren, gemeinsamen Plan gebe, wie der Krieg der USA und Israels gegen den Iran beendet werden könnte.
  • Auswirkungen auf Deutschland: Deutschland habe kein Interesse an einem dauerhaften Krieg der USA und Israels gegen den Iran. Ein Zerfall des Landes hätte auch schwerwiegende Folgen für Deutschland. Das betreffe die Sicherheit, die Energieversorgung und könnte sich auch auf das Migrationsgeschehen auswirken.
  • Gemeinsame Strategien: Merz beriet zusammen mit Støre und Carney über eine engere Zusammenarbeit in der Energiepolitik. Auch künftig solle eine gemeinsame energiepolitische Strategie entwickelt werden. Innerhalb der EU wolle Deutschland dabei zusammen mit Kanada und Norwegen zusammenarbeiten, um die Energieversorgung zu sichern. Zudem berieten die Regierungschefs über gemeinsame Strategien bei den Satellitenprogrammen und der Luftfahrt. 

Sehen Sie hier eine Fotoreihe des Besuchs in Norwegen:

Lesen Sie hier die Mitschrift des Pressestatements:

Ministerpräsident Jonas Støre:

Zunächst einmal herzlich willkommen hier im hohen Norden! Es ist gar nicht so kalt, wie man bei Cold Response vermuten würde. Wir freuen uns aber sehr, heute hier zu sein und die Truppen zu treffen. Herzlich willkommen an meine beiden Kollegen! Bundeskanzler Merz und ich, wir waren heute schon gemeinsam in Andøya. Mein kanadischer Kollege ist ebenfalls hier. Mark ist von weit her angereist. Ich freue mich sehr, dass wir alle heute hier sind.

Noch einmal herzlichen Dank an alle Soldatinnen und Soldaten, diese jungen Männer und Frauen, die diese ganz besondere Trainingsübung gemeinsam durchführen! Darum geht es ja bei der NATO.

Ich möchte Kanada und Deutschland dafür danken, dass sie so enge Partner sind, dass wir solch gleichgesinnte Länder sind und dass wir uns einig sind, was jetzt getan werden muss. Wir leben in einem sehr entscheidenden Moment. Jetzt ist es an der Zeit, als Verbündete zusammenzustehen. Wir teilen gemeinsame Werte und müssen gemeinsam Verantwortung übernehmen. Wir verdanken es diesen jungen Männern und Frauen, dass wir politisch liefern können. Wir brauchen sichere Verteidigung, um uns vor dem Krieg zu schützen. Wir sehen die schrecklichen Auswirkungen des fünfjährigen Krieges in der Ukraine, und jetzt gibt es den Krieg im Nahen Osten. Deswegen müssen wir uns davor schützen.

Die Sicherheit von Norwegen beruht auf drei Pfeilern: unserer eigenen Armee, unseren eigenen Streitkräften ‑ alle Teile dieser Verteidigung sind wichtig ‑, der kollektiven Verteidigung in der NATO und auch starken bilateralen Beziehungen mit Verbündeten. Wir stärken alle drei Dimensionen. Ich freue mich ganz besonders, dass wir das jetzt auch hier in der Arktis tun können. Denn für Norwegen war die Arktis schon immer der Fokus unserer nationalen Sicherheit. Jahrzehntelang war das so, insbesondere in den letzten 20 Jahren. Wir möchten erhalten, was wir den hohen Norden nennen, in dem es geringe Spannungen gibt. Wir wollen, dass es hier vorhersehbar und langfristig berechenbar ist. Deswegen ist es auch wichtig, dass wir diese Übung alle zwei Jahre durchführen – jeder weiß, dass wir hier üben –, damit wir entsprechend aufgestellt sind.

Abschließend möchte ich noch sagen, dass es hier nicht nur um die Sicherheit Norwegens geht. Wenn wir Verantwortung für die Arktis übernehmen, dann dienen wir Europa, Nordamerika und auch den Zielen der transatlantischen Beziehungen. Wir demonstrieren hier also eine glaubwürdige Abwehr und glaubwürdige Abschreckung. Das tun wir gemeinsam.

Noch einmal herzlichen Dank an meine beiden Kollegen! Ich freue mich sehr, dass beide da sind. Das ist Freundschaft. Das ist Solidarität zwischen unseren Ländern. Ich freue mich auf Ihre Statements. Herr Bundeskanzler!

Bundeskanzler Friedrich Merz:

(auf Englisch) Vielen Dank, Jonas, und danke schön, Mark, dass wir heute gemeinsam hier in Norwegen sein können, wo dieser Teil des europäischen Kontinents verteidigt wird! Ich freue mich ganz besonders, hier mit meinen Kollegen und Freunden zu sein, um zu demonstrieren, dass wir bereitstehen, dass wir abschrecken können, dass wir uns hier im hohen Norden verteidigen können. Herzlichen Dank, Jonas, für die große Gastfreundschaft gestern und heute! – Dann fahre ich auf Deutsch fort.

(auf Deutsch) Meine Damen und Herren, wir treffen uns heute hier nördlich des Polarkreises, während der Krieg im Nahen und Mittleren Osten andauert. So weit der hohe Norden, wo wir hier sind, geografisch von Teheran entfernt sein mag, so direkt wirken sich doch die Kämpfe im Iran auch auf unsere Sicherheit und auf unsere Energieversorgung aus. 

Wichtige Ziele der Vereinigten Staaten und Israels teilen wir. Iran darf Israel und andere Nachbarn nicht bedrohen. Sein Nuklearprogramm und sein ballistisches Raketenprogramm müssen beendet werden. Iran muss aufhören, im eigenen Land und über die Region hinaus Terror zu unterstützen. Doch mit jedem Kriegstag stellen sich mehr Fragen, als Antworten gegeben werden. Vor allem wird immer deutlicher: Es braucht einen überzeugenden Plan. Es braucht eine Strategie, wie dieser Krieg zu einem Ende geführt werden soll. 

Derweil sehen wir eine gefährliche Eskalation. Der Iran greift wahllos Staaten in der Region an, darunter enge Partner und Verbündete auch unseres Landes, von Deutschland. Die Straße von Hormus ist praktisch unpassierbar geworden. Wir verurteilen das auf das Schärfste. Wir haben kein Interesse an einem endlosen Krieg. Ein Zerfall der territorialen Integrität, der Staatlichkeit oder der wirtschaftlichen Lebensfähigkeit des Iran hätte schwerwiegende Folgen auch für uns. Deswegen brauchen wir jetzt eine Perspektive für eine Friedensordnung.

Wir haben – ich bin sehr dankbar dafür, dass wir das tun konnten und gleich noch weiter fortsetzen werden ‑ auch die Zusammenarbeit in der Energiepolitik beraten. Wir haben dafür gestern einige Weichen gestellt. Aber wir werden auch in Zukunft schauen, dass wir eine gemeinsame energiepolitische Strategie entwickeln. Wir brauchen innerhalb der Europäischen Union zusammen mit unseren kanadischen Partnern und zusammen mit Norwegen, die der Europäischen Union bekanntlich nicht angehören, gemeinsame Strategien jetzt auch in der Energieversorgung und gemeinsame Strategien auch in der Entwicklung von Satellitenprogrammen und für den Weltraum. Das alles sind Themen, die wir hier intensiv diskutieren. Ich freue mich sehr darüber, dass wir das auch im Zuge einer solchen praktischen Anschauung wie dieser Übung machen können. 

Das, was die Bundeswehr hier leistet ‑ auch das will ich gerne noch einmal sagen –, ist wirklich überzeugend. Auch an dieser Stelle verteidigt die Bundeswehr Deutschland. Ich möchte auch das wiederholen, was ich von den Kommandeuren und auch von meinen Partnern hier gehört habe: Die deutschen Soldaten erfreuen sich höchster Anerkennung und höchsten Respekts, auch für den Stand ihrer Ausbildung. Deswegen möchte ich auch den deutschen Soldatinnen und Soldaten, die an dieser Übung hier teilnehmen, ganz herzlich Dank sagen: Gut, dass Sie dabei sind! Und vor allem: Kommen Sie heil und gesund nach Hause!

Premierminister Mark Carney:

Herzlichen Dank, Premierminister Støre, lieber Jonas, und lieber Friedrich, Herr Bundeskanzler! Das ist wirklich eine sehr wichtige Übung für Kanada. Ich möchte noch einmal aufgreifen, was meine Kollegen bereits gesagt haben. Wir beginnen mit der Stärke unserer gemeinsamen Werte. Wir sind gleichgesinnte Partner. Wir haben gleiche Grundwerte, die uns sehr am Herzen liegen. Gleichzeitig erkennen wir an, welcher Wert auch in unserer Stärke liegt. Wir investieren sehr viel in unsere Verteidigung und in unsere Sicherheit, und wir begreifen alle gemeinsam, dass wir gemeinsam stärker sind, wenn wir in zahlreichen Bereichen wie der Raumfahrt und der Verteidigung zusammenarbeiten, aber auch in der Zusammenarbeit mit anderen gleichgesinnten Staaten. Es gibt keine bessere Demonstration dessen als die Übung Cold Response. 14 Nationen sind hier vertreten. Sie arbeiten hier zusammen. Die Soldatinnen und Soldaten lernen gemeinsam, integrieren Systeme und bereiten sich auf die Verteidigung unserer Bürgerinnen und Bürger vor. Es ist für Kanada besonders wichtig, mit unseren Spezialkräften Teil dieser Übung zu sein. Wir lernen sehr viel. Wir schützen damit unser eigenes Territorium, wir schützen den hohen Norden, die Arktis, und wir schützen damit die NATO, die Freiheit, die Demokratie und die Menschenrechte. 

Noch ein paar Worte zu unseren Verteidigungsbemühungen: Vor einem Jahr kam unsere Regierung ins Amt, und in der ersten Woche sind wir in die Arktis gereist. Wir haben uns dazu bekannt, dass wir unsere Verteidigungsstrategie grundsätzlich ändern. Wir wollen 365 Tage im Jahr präsent sein, zur See, zu Land und in der Luft, in einem Gebiet, das 40 Prozent unserer Landmasse und 75 Prozent unserer Küstenlinie ausmacht und auch eine 3.000 Kilometer lange Grenze zur Europäischen Union hat.

Wir leisten große Investitionen. Wir haben gestern über 40 Milliarden Dollar an Investitionen in die Arktis für Verteidigung, Sicherheit und wirtschaftliche Sicherheit angekündigt. Das ist Teil der größeren Investitionszusagen, die wir alle vor weniger als einem Jahr in Den Haag getroffen haben. In Kanada sieht das Ganze so aus, dass wir in den nächsten zehn Jahren, bis 2035, eine halbe Billion zusätzlich für die Sicherheit und die Verteidigung investieren, also 500 Milliarden Dollar. Uns geht es um eine Partnerschaft, um gemeinsame Werte, die wir teilen. Was wir also aus dieser Übung mitnehmen, was wir hier lernen, die Stärkung der Partnerschaft, all das ist uns sehr wichtig.

Vielen Dank, dass Sie uns heute hier empfangen! Wir freuen uns jetzt auf Ihre Fragen.