Pressestatements beim Besuch des Bundeskanzlers in der Forschungseinrichtung TRON
Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich bei seinem Besuch der Forschungseinrichtung TRON über die Forschung und Entwicklung innovativer Immuntherapien gegen Krebs und andere schwere Krankheiten informiert und zeigte sich beeindruckt von der Spitzenforschung.
- Mitschrift Pressekonferenz
- Dienstag, 9. Dezember 2025
„Ich fühle mich auch bestätigt in der Hightech Agenda der Bundesregierung”, sagte der Kanzler nach dem Besuch der Forschungseinrichtung TRON.
Foto: Bundesregierung/Guido Bergmann
Im Rahmen seines Antrittsbesuchs in Rheinland-Pfalz besuchte Bundeskanzler Merz die biomedizinische Forschungseinrichtung TRON am Standort in Mainz. Der Besuch gebe ihm die Zuversicht, dass Deutschland es schaffen könne, in diesem Bereich der Biomedizin Weltspitze zu sein.
Der Kanzler sagte dem Unternehmen die volle Unterstützung der Bundesregierung zu. „Denn es ist die Zukunft unseres Landes, Spitzentechnologie, in diesem Fall im Bereich der Biotechnologie, der Biomedizin, zu erreichen und daraus in den nächsten Jahren und Jahrzehnten Wohlstand für Deutschland zu entwickeln“, so Merz.
TRON wurde 2010 als gemeinnützige GmbH an der Universität Mainz von Uğur Şahin, Özlem Türeci und Christoph Huber gegründet. Die Einrichtung arbeitet an Krebsimpfstoffen, neuen Biomarkern und modernen Technologien zur Analyse des Immunsystems und von Tumoren.
Lesen Sie hier die gesamten Statements:
Dr. Matthias Gaida:
Sehr geehrter Herr Bundeskanzler, sehr geehrter Herr Ministerpräsident, sehr geehrter Herr Staatsminister Hoch, sehr geehrte Damen und Herren! Ich möchte mich stellvertretend für das gesamte TRON herzlich für Ihren heutigen Besuch bedanken. Ihre Entscheidung, sehr geehrter Herr Bundeskanzler, uns im Rahmen Ihres Aufenthaltes in Rheinland-Pfalz zu besuchen, empfinden wir als besondere Wertschätzung für unsere Arbeit und unsere Mission einer innovativen, translationalen biomedizinischen Forschung.
Als Forschungsinstitut aus der direkten Patientenversorgung der Universitätsmedizin Mainz hervorgegangen, ist es unser Anspruch, Forschungsergebnisse aus dem Labor schneller und effizienter zu den Menschen zu bringen, die sie am dringendsten benötigen.
Wir hoffen, dass die Einblicke in unsere aktuellen wissenschaftlichen Schwerpunkte verdeutlicht haben, wie sehr wir uns als international sichtbare und attraktive Einrichtung etabliert haben, für junge Talente ebenso wie für etablierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.
In der Biotechnologieregion Rhein-Main, umgeben von forschungsstarken Universitäten, hochspezialisierten Kliniken und innovativen Unternehmen, arbeiten wir im engen Schulterschluss mit der Universitätsmedizin Mainz und der Johannes-Gutenberg-Universität sowie mit weiteren nationalen und internationalen Partnern aus Wissenschaft, Patientenversorgung und Industrie.
Wir danken Ihnen dafür, dass Sie durch diesen Besuch die Bedeutung der translationalen biomedizinischen Forschung in Deutschland und besonders hier am Standort in Mainz hervorheben. Unsere Bitte an Sie wäre, diese Form der Forschung auch künftig im politischen Blick zu behalten, damit die gewonnenen Ergebnisse weiterhin und möglichst unmittelbar den Patientinnen und Patienten zugutekommen können.
Mit Ihrem Besuch haben Sie uns ermutigt, unseren Weg konsequent weiterzugehen. Wir hoffen, dass Sie das TRON in guter Erinnerung behalten werden, vielleicht sogar mit einem kleinen Funken Neugierde auf das, was wir hier in Zukunft noch gemeinsam bewirken werden.
Herzlichen Dank und eine gute Weiterreise!
Bundeskanzler Friedrich Merz:
Ich bedanke mich bei den Gastgebern sehr herzlich für den Besuch und für die Einladung, hier zu sein. Das ist für mich wirklich ein spannender Besuch und ein ermutigender Besuch gewesen, denn Sie sehen hier etwas, was in Deutschland viele Jahre nicht so gut lief, nämlich die Zusammenarbeit zwischen den medizinischen Universitätskliniken und der Forschung und auch die Ausgründung aus diesen Kliniken heraus in solche Unternehmen wie TRON. Das gibt mir die Zuversicht, dass wir es schaffen können, in diesem Bereich der Biotechnologie, der Biomedizin wirklich Weltspitze zu sein im Hinblick auf die Entwicklung neuer Behandlungsmethoden und Medikamente für die Menschen in unserem Land und darüber hinaus. Ganz herzlichen Dank. Das ist eine wirklich großartige Sache, die hier stattfindet.
Ich kann es nur noch einmal sagen: Ich fühle mich auch bestätigt in der Hightech Agenda der Bundesregierung, wo ja die Biotechnologie einer der wesentlichen Pfeiler dessen ist, was wir unterstützen und fördern wollen.
Ich bedanke mich auch noch einmal bei der Landesregierung und bei Ministerpräsident Alexander Schweitzer dafür, dass er die Idee gehabt hat, hierherzugehen. Ich glaube, wir können hier zwischen Bund und Ländern sehr viel gemeinsam auf den Weg bringen. Wir haben in Deutschland Spitzenforschung. Herr Şahin, Frau Türeci, wir haben ja schon verschiedentlich Gelegenheit gehabt, auch darüber zu sprechen, was Sie gemacht haben, auch mit dem Unternehmen BioNTech und jetzt hier mit diesem Unternehmen TRON.
Viel Glück, viel Erfolg! Sie haben die volle Unterstützung der Bundesregierung, auch die volle Unterstützung meiner Person. Denn es ist die Zukunft unseres Landes, Spitzentechnologie, in diesem Fall im Bereich der Biotechnologie, der Biomedizin, zu erreichen und daraus in den nächsten Jahren und Jahrzehnten Wohlstand für Deutschland zu entwickeln. Das ist die Zukunft. Wir richten den Blick nach vorn.
Ich füge aus meiner Sicht zwei Aspekte hinzu: Junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus allen Ländern der Welt für unser Land zu gewinnen, ist eine wichtige Aufgabe. Wenn es dann so weit ist, dass diese Unternehmen Erfolg haben, brauchen wir einen Kapitalmarkt in Europa, der sie aufnimmt, der sie finanziert. Ich möchte, dass die Forschung in Europa ist. Ich möchte, dass die Finanzierung in Europa ist. Ich möchte, dass die Unternehmen – ich sage bewusst – nicht in Deutschland allein, sondern in Europa die Chancen haben, auf dem Weltmarkt auch zu konkurrieren. Wenn wir das weiter richtig machen, dann haben wir alle Chancen, auch aus diesem Land wirklich etwas zu machen, das Wohlstand und Sicherheit auch für viele Arbeitsplätze gewährleistet.
Also noch einmal wirklich sehr, sehr herzlichen Dank und viel Erfolg bei Ihrer weiteren Arbeit!
Ministerpräsident Alexander Schweitzer:
Lieber Herr Bundeskanzler, vielen Dank auch von mir, dass wir hier bei TRON sein dürfen. Ich glaube, das ging Ihnen, lieber Herr Bundeskanzler, genauso wie mir: Man kann nur begeistert sein und beeindruckt sein von dem, was man sieht, hört, aber auch spürt. Auch der Spirit ist wirklich ansteckend.
Es hat mich durchaus auch mit Stolz erfüllt, stellvertretend für die Landesregierung und für die, die auch in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten in Rheinland-Pfalz Verantwortung hatten, dass wir damals hier in der vermeintlichen Provinz, in Rheinland-Pfalz, gut eingebettet in den Raum Rhein-Main/Rhein-Neckar, Entscheidungen getroffen haben, von denen damals einige wenige Persönlichkeiten – Sie, Frau Türeci, und Sie, Herr Şahin, und ich würde auch Christoph Huber dazunehmen - allenfalls eine Vermutung und eine Ahnung hatten, darüber hinaus ganz viele gesagt haben: Das wissen wir noch gar nicht, ob das in irgendeiner Weise mal eine wissenschaftliche oder sogar eine wirtschaftliche Relevanz hat.
Heute, viele Jahre später, wissen wir, dass wir auf dem richtigen Weg waren. Aber es gehört eben auch dazu, nicht nachzulassen, sich nicht auf den Erfolgen der Vergangenheit auszuruhen, sondern daran anzuknüpfen. Ich glaube, das ist genau das, was man hier erleben kann. Das passiert hier.
Wir sind als Land Rheinland-Pfalz inzwischen ein europaweit führender und ein weltweit wahrgenommener Standort für Biotechnologie. Das hat uns auf die Landkarte gesetzt. Das geht nur in großer Übereinstimmung zwischen der Bundesregierung und dem Land und der Landesregierung. Das habe ich auch heute erneut festgestellt. Ich bin dem Bundeskanzler sehr dankbar dafür, dass er einen klaren Antritt hat, auch was diese Fragen von Forschung, von Wertschöpfung, aber auch von Technologieoffenheit angeht. Genau das brauchen wir.
Wir brauchen Internationalisierung. Wir müssen deshalb ein Land inmitten von Europa bleiben. Wir müssen auch attraktiv sein für internationale Nachwuchsforschungs- und -fachkräfte. Genau das wollen wir bleiben. Da sind wir gemeinsam unterwegs.
Deshalb ist es ein guter Tag heute, um deutlich zu machen: Es gelingt sehr vieles in Deutschland, an jedem Tag. Manchmal ist es auch die Aufgabe, den Scheinwerfer auf die Dinge und auf die Geschichten des Gelingens zu richten und nicht nur auf die Themen, bei denen wir noch ein bisschen besser werden können.
Vielen Dank.