Wirtschaftliche Zusammenarbeit weiter vertiefen

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Pressekonferenz von Bundeskanzler Merz und dem algerischen Präsidenten Abdelmadjid Tebboune Wirtschaftliche Zusammenarbeit weiter vertiefen

Bundeskanzler Merz und der algerische Staatspräsident Tebboune haben bei ihrem Treffen im Kanzleramt die langjährigen und ausgezeichneten Beziehungen Deutschlands und Algeriens gewürdigt. Diese wollen sie in verschiedenen Bereichen vertiefen.

  • Mitschrift Pressekonferenz
  • Donnerstag, 16. Juli 2026
Kanzler Merz und der algerische Präsident Abdelmadjid Tebboune

„Wir sind uns darin einig, dass wir unsere wirtschaftliche Zusammenarbeit weiter stärken wollen", betonte Kanzler Merz.

Foto: Bundesregierung/Kugler

Algerien und Deutschland verbinde eine lange Geschichte, sagte Bundeskanzler Merz in einer gemeinsamen Pressekonferenz beim Besuch des algerischen Staatspräsidenten Abdelmadjid Tebboune in Berlin. Zudem hob der Kanzler die Energiepartnerschaft mit Algerien hervor: „Algerien verfügt über bedeutende Rohstoffvorkommen, darunter Erdgas, Erdöl und auch seltene Erden." Das Land habe in den letzten Jahren einen sehr wichtigen Beitrag zur Energieversorgungssicherheit Europas geleistet und war zweitgrößter Pipelinegaslieferant der Europäischen Union. Man wolle auch den Export von Wasserstoff aus Algerien weiter voranbringen – gemeinsam mit Italien mit der Fortentwicklung eines südlichen Wasserstoffkorridors. 

Wirtschaftliche Zusammenarbeit weiter stärken 

Verschiedene Vereinbarungen zwischen deutschen und algerischen Unternehmen wurden anlässlich des Besuchs getroffen. „Wir sind uns darin einig, dass wir unsere wirtschaftliche Zusammenarbeit weiter stärken wollen", so der Kanzler. Das haben Deutschland und Algerien auch in einer Gemeinsamen Erklärung über eine strategische Agenda der bilateralen Partnerschaft zum Ausdruck gebracht. Beide Länder wollen unter anderem das Investitionsklima und die Rechtssicherheit weiter verbessern, um die bilateralen Handels- und Investitionsbeziehungen weiter zu stärken.

Sehen Sie hier die Pressekonferenz:

14:44

Video Pressekonferenz des Bundeskanzlers und des Präsidenten der Demokratischen Volksrepublik Algerien

Lesen Sie hier die Mitschrift der Pressekonferenz:

Bundeskanzler Merz:

Meine Damen und Herren, herzlich willkommen! Ich freue mich sehr, dass ich heute den algerischen Präsidenten in Berlin willkommen heißen darf. Herr Tebboune, herzlich willkommen im Bundeskanzleramt! Unsere beiden Länder, Deutschland und Algerien, verbindet eine lange Geschichte. Seit dem Jahr 1898 gibt es eine Auslandsvertretung in Algier. Seit mehr als 60 Jahren fördert das Goethe-Institut den Austausch zwischen den Menschen in Algerien und in Deutschland. Wir wollen diesen Austausch fortsetzen, beispielsweise auch über unsere politischen Stiftungen. Im Nationalmuseum in Cherchell arbeiten deutsche und algerische Fachleute gemeinsam daran, das archäologische Erbe des Landes zu erforschen, zu restaurieren und zu bewahren.

Gemeinsam ‑ darüber haben wir ausführlich gesprochen ‑ ist uns das Interesse an Stabilität in der Region, nicht zuletzt im Blick auf das benachbarte Sahel.

Wir sind uns darin einig, dass wir unsere wirtschaftliche Zusammenarbeit weiter stärken wollen. Wir haben eine ganze Reihe von Vereinbarungen zwischen deutschen und algerischen Unternehmen gesehen, die anlässlich Ihres Besuches, Herr Staatspräsident, unterzeichnet worden sind. Wir wollen hieran anknüpfen und haben auch über weitere Verbesserungen beim Investitionsklima und der Rechtssicherheit sowie über verlässliche, transparente Abläufe gesprochen. Dies haben wir auch in einer gemeinsamen Erklärung, die Ihnen vorliegt, so bekräftigt.

Zweites Thema war die Energie- und Rohstoffzusammenarbeit. Algerien verfügt über bedeutende Rohstoffvorkommen, darunter Erdgas, Erdöl und auch seltene Erden. So hat Algerien in den letzten Jahren schon einen sehr wichtigen Beitrag zur Energieversorgungssicherheit Europas geleistet. Das Land war zum Beispiel der zweitgrößte Pipelinegaslieferant der Europäischen Union. Wir wollen auch den Export von Wasserstoff zwischen Algerien und Europa, zwischen Algerien und Deutschland weiter voranbringen. Wir werden dafür gemeinsam mit Italien die Entwicklung eines südlichen Wasserstoffkorridors vorantreiben.

Wir haben schließlich, drittens, über die aktuelle regionale und geopolitische Lage gesprochen. Ich habe dem Herrn Präsidenten in diesem Zusammenhang auch unsere Haltung zum Krieg in der Ukraine erläutert. Wir werden und wir wollen den Druck auf Russland erhöhen, damit es sich endlich auf Friedensverhandlungen einlässt.

Erlauben Sie mir, aus aktuellem Anlass zu sagen: Wir haben kurz vor Ihrem Besuch mit großer Bestürzung die Nachricht von dem Brand in einem Waisenhaus in der Nähe von Algier erhalten. Unter den Toten und Verletzten sind auch viele Kinder. Herr Präsident, ich möchte Ihnen und Ihrem Land namens der Bundesrepublik Deutschland meine tiefe Anteilnahme aussprechen und Sie bitten, dies auch den Familien der Opfer so weiterzugeben.

In diesem Sinne noch einmal sehr herzlichen Dank für Ihren Besuch.

Präsident Tebboune:

Vielen Dank, sehr geehrter Herr Bundeskanzler. Erlauben Sie mir, dass ich, bevor ich hier meine Rede vor der Presse halte, all den Familien, deren Kinder in diesem Brand, der in einem Waisenhaus in der Hauptstadt Algeriens stattfand, ihr Leben lassen mussten, hier öffentlich meine Beileidsbekundung ausspreche. Möge Gott ihren Seelen gnädig sein. Ich hoffe, dass all jene, die schwere Verletzungen davongetragen haben, bald wieder genesen sein mögen.

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler, ich denke, dass unser beider Zusammenkommen hier in Deutschland angesichts der engen politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern, zwischen Deutschland und Algerien, heute ein ganz natürlicher Zustand ist. Uns verbinden sehr viele Punkte. Es gibt eine qualitative Veränderung innerhalb unserer Wirtschaften. Die Deutschen haben wir mit Energie versorgt. Wir versorgen aber nicht nur Deutschland, sondern Europa als Ganzes mit Gas. Wir möchten ein vertrauenswürdiger Lieferant von Gas sein. Wir kommen unseren Lieferverpflichtungen immer nach, sowohl gegenüber den Anrainerstaaten des Mittelmeeres als auch gegenüber Europa im Allgemeinen.

Dieser Besuch hier hatte zum Zweck, die bilateralen Beziehungen zwischen Algerien und der mit uns eng befreundeten Bundesrepublik Deutschland im Bereich der Wirtschaft, im Bereich der Sicherheitszusammenarbeit und im Bereich der Politik zu intensivieren. Ich möchte hier auf den südlichen Wasserstoffkorridor als Leuchtturmprojekt verweisen, welches eine wichtige Rolle für erneuerbare Energien und deren Ausbau spielt. Wir sind sehr dankbar für die Unterstützung Deutschlands bei diesem Projekt.

Es gibt viele große Projekte, die gerade gemeinsam durchgeführt werden. Hierbei spielt Deutschland eine wichtige Rolle. Deutsche Unternehmen sind in Algerien mehr und mehr präsent. Jedes Jahr werden es mehr. Wir haben einen One-Stop-Shop eingerichtet, um ausländische Direktinvestitionen zu erleichtern. Mehr als 900 Millionen Dollar an Investitionen konnten wir auf diese Art und Weise einwerben.

Wir haben auch über die Zusammenarbeit im Sicherheitsbereich gesprochen und sind dort in die Details gegangen.

Ich glaube, es gibt keine nennenswerten Schwierigkeiten in unseren Beziehungen. Die Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern sind sehr, sehr gut. ‑ Vielen Dank.