Rede des Bundeskanzlers beim Weltwirtschaftsforum in Davos
Bundeskanzler Friedrich Merz sprach auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos über die europäische Solidarität und rief dazu auf – trotz schwieriger Weltlage – die Zuversicht nicht zu verlieren. Die Bundesregierung sei dabei, Deutschland wieder wettbewerbsfähig zu machen.
Bundeskanzler Merz im anschließenden Gespräch mit dem Vorsitzenden des Weltwirtschaftsforums Børge Brende.
Foto: Bundesregierung/Guido Bergmann
Beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos begrüßte Bundeskanzler Friedrich Merz, dass die USA ihre angekündigten Sonderzölle für Deutschland und andere europäische Staaten zurückgezogen haben. Zugleich betonte er, dass die europäischen NATO-Partner mehr für die Sicherheit im Hohen Norden tun müssten – das sei ein gemeinsames transatlantisches Interesse. Auch die Ukraine müsse in ihrem Kampf für einen gerechten Frieden weiterhin unterstützt werden.
Solidarität mit Dänemark
Europäische Nachbarn wie Dänemark und Grönland können sich laut Kanzler Merz auf die deutsche Solidarität verlassen. Gemeinsames transatlantisches Interesse sei es, dass man als europäische NATO-Verbündete mehr tun müsse, um den Hohen Norden zu sichern. Deshalb engagiere sich Deutschland im Rahmen der NATO. „Autokratien mögen Untertanen haben, Demokratien haben Partner und verlässliche Freunde“, sagte der Kanzler. „Wir werden hartnäckig dafür arbeiten, dass dies nicht in Vergessenheit gerät.“
Zuversicht beibehalten
Zugleich sprach sich der Kanzler für Zuversicht aus. Zwar wehe in der Welt der Großmächte ein rauer Wind, allerdings sei es auch wichtig, sich klarzumachen: „Dieser Welt sind wir nicht ausgeliefert. Wir können sie gestalten.“ Und genau das tue man. „Lassen Sie uns deshalb besonnen, schöpferisch und mutig zugleich auf unsere eigenen Stärken setzen.“
In Sicherheit investieren
Wichtig sei es, in die eigene Sicherheit zu investieren und die Wirtschaft wieder wettbewerbsfähig zu machen. Deutschland habe dazu die Energiekosten gesenkt. Zudem seien 500 Milliarden Euro für den Ausbau und die Modernisierung der Infrastruktur bereitgestellt worden. Auch die Verteidigungsausgaben seien auf bis zu fünf Prozent des BIP erhöht worden.
Beim Weltwirtschaftsforum (World Economic Forum) in Davos geht es darum, Brücken zu internationalen Partnern zu bauen und für den Wirtschaftsstandort Deutschland zu werben. Das Forum fand 2026 vom 19. bis zum 23. Januar statt und stand unter dem Motto „A Spirit of Dialogue“.