Wachstum durch Schlüsseltechnologien

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Rede von Bundeskanzler Merz beim German-Japanese Business Summit
Wachstum durch Schlüsseltechnologien

In seiner Rede beim German-Japanese Business Summit in Tokio hat Bundeskanzler Merz für mehr Investitionen, technologische Zusammenarbeit und einen freien, regelgebundenen Handel geworben. Deutschland und Japan sollten ihre Zusammenarbeit vertiefen.

Mittwoch, 28. Oktober 2026 in Tokio
Kanzler Merz bei seiner Rede auf dem German-Japanese Business Summit

„Wir sollten zeigen, dass wir gemeinsam – Japan und Deutschland, Deutschland in der Europäischen Union – Seite an Seite diesen Herausforderungen unserer Zeit entschlossen begegnen“, forderte der Kanzler in seiner Rede.

Foto: Bundesregierung/Steffen Kugler

Japan und Deutschland verfügten in zahlreichen Industrien über komplementäre Stärken – und könnten gemeinsam mehr erreichen, unterstrich Bundeskanzler Friedrich Merz in seiner Rede beim German-Japanese Business Summit in Tokio. „Deutsche Ingenieurskunst und Erfahrung im Maschinenbau treffen auf japanische Präzision und starke Präsenz in den asiatischen Märkten. Wenn wir diese Stärken verbinden, dann entstehen neue Chancen, die kein Unternehmen allein in gleicher Weise erschließen kann“, betonte der Kanzler. 

Beide Länder hätten eine starke industrielle Basis, exzellente Forschungseinrichtungen und Unternehmen, die komplexe technische Systeme entwickeln und weltweit vermarkten können. „Deutschland und Japan wollen Handel ermöglichen, wollen Investitionen erleichtern, wollen Innovation fördern und verlässliche Partnerschaften schaffen, nicht als Reaktion auf eine einzelne Krise, sondern als langfristige Strategie für Wachstum, Wohlstand und Sicherheit“, machte Merz deutlich.

Japan ist Deutschlands zweitgrößter Handelspartner in Asien, weltweit auf Platz 16. 2025 betrugen die deutschen Importe 22,1 Milliarden Euro und die deutschen Exporte 21 Milliarden Euro. Wichtigste Handelsgüter sind pharmazeutische und chemische Erzeugnisse, Maschinen, Fahrzeuge und Fahrzeugteile sowie Elektronik und Elektrotechnik.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Regelgebundenen Handel verteidigen: Der Bundeskanzler schlug vor, eine globale politische Allianz für regelgebundenen Handel zu begründen. „Diese politische Allianz sollte den regelbasierten Handel einschließlich der Welthandelsorganisation WTO verteidigen, stärken und weiterentwickeln“, erklärte der Kanzler. Sie solle politische Impulse setzen und auch gemeinsam reagieren, wenn die regelbasierte Ordnung in Gefahr gerate. In einer solchen Allianz könnten die Unterstützung für ein regelbasiertes Handelssystem gebündelt und notwendige Reformen vorangebracht werden.
  • Rohstoffgewinnung diversifizieren: Die Rohstoffgewinnung und -verarbeitung konzentrieren sich auf wenige Länder. Dadurch gehe man Risiken ein, warnte Bundeskanzler Merz. „Wir müssen unsere Bezugsquellen diversifizieren! Wir müssen Recycling und Kreislaufwirtschaft stärken und neue Technologien zur effizienteren Nutzung von Materialien entwickeln“, erklärte der Kanzler. Japan habe damit schon sehr viel Erfahrung, daher „sollten Deutschland und Japan auch auf diesem Feld enger zusammenarbeiten“. 
  • Handelsabkommen verzahnen: „Lassen Sie uns unsere bilateralen Handelsabkommen miteinander verzahnen“, schlug der Kanzler vor, „damit unsere Unternehmen deren Vorteile kombiniert nutzen können.“ Ziel sei ein großes, interregionales Abkommen, das die Realitäten vernetzter Liefer- und Produktionsbeziehungen widerspiegle. „Der Dialog zwischen der Europäischen Union und CPTPP ist hier ein richtiger Schritt in die richtige Richtung. Vielleicht steht am Ende sogar ein Abkommen zwischen der Europäischen Union und den ASEAN-Staaten insgesamt“, so der Bundeskanzler.

Lesen Sie hier die gesamte Rede:

Sehr geehrter Herr Vorsitzender, lieber Herr Tsutsui,

Herr Minister, lieber Herr Akazawa,

Herr Schürmann,

liebe Kolleginnen und Kollegen der mich begleitenden Wirtschaftsdelegation,

meine sehr geehrten Damen und Herren,

vor allem aber liebe Freundinnen und Freunde der Industrie- und Handelskammer in Japan,

wir gehören gemeinsam zu den größten Volkswirtschaften und stehen für freien Handel. Unsere wirtschaftliche Stärke lebt von den vielfältigen Verbindungen unserer Unternehmen. Was uns stark macht, zeichnet uns gemeinsam aus: Innovationskraft, technologischer Fortschritt, Präzision und Verlässlichkeit. In diesem Sinne bedanke ich mich sehr herzlich für das freundliche Willkommen heute hier in Tokio. Ich freue mich sehr, dass Sie in so großer Zahl der Einladung der Kammer zu diesem Treffen gefolgt sind.

Meine Damen und Herren, so wie ich es gesagt habe, haben sich Deutschland und Japan auf den Weg gemacht, ihre Zukunft zu gestalten. Japan – Sie haben es gerade gesagt, Herr Vorsitzender – hat sich vorgenommen, seine wirtschaftliche Stärke durch gezielte Investitionen, durch technologische Innovationen und vor allem durch eine robuste industrielle Basis weiter auszubauen. Die japanische Wachstumsstrategie setzt auf strategische Schlüsseltechnologien – Sie haben Sie gerade genannt –, die Stärkung der wirtschaftlichen Sicherheit und eine engere Zusammenarbeit von Staat und Wirtschaft. Sie haben sich ein ambitioniertes Ziel gesetzt, nämlich das Ziel, bis zum Jahr 2040 rund 2,3 Billionen US-Dollar zu investieren.

Es ist richtig, Wachstum entsteht eben nicht von selbst. Wir brauchen Investitionen. Wir brauchen unternehmerische Freiheit. Wir brauchen qualifizierte Fachkräfte. Wir brauchen verlässliche Rahmenbedingungen. Meine Damen und Herren, wir brauchen insgesamt eine Politik, die Chancen eröffnet und die wirtschaftliche Entscheidungen nicht im Übermaß reguliert.

In diesem Sinne hat auch für Deutschland die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit eine hohe Priorität. Wir wollen und müssen unsere Produktivität steigern, und wir wollen Investitionen erleichtern. Wir wollen, dass sich Innovation in Deutschland und in Europa wieder besser auszahlt.

In dieser Hinsicht können wir in unseren Ländern, Japan und Deutschland, gemeinsam mehr erreichen. Wir verfügen in zahlreichen Industrien unserer Unternehmen über komplementäre Stärken. Deutsche Ingenieurskunst und Erfahrung im Maschinenbau treffen auf japanische Präzision und starke Präsenz in den asiatischen Märkten. Wenn wir diese Stärken verbinden, dann entstehen neue Chancen, die kein Unternehmen allein in gleicher Weise erschließen kann. Die große Zahl der heute anwesenden Vertreter und Vertreterinnen der deutschen Unternehmen und der japanischen Unternehmen zeigt das Ausmaß unserer Verbindung und auch das Potenzial neuer Kooperationen.

In diesem Sinne wollen wir gemeinsam neue Märkte erschließen. Das gilt gerade für die schon genannten Zukunftstechnologien. Ich nenne sie aus unserer Sicht: Halbleiter, Robotik, künstliche Intelligenz, Quantentechnologien, Biotechnologie, moderne Fertigungsverfahren, Fusionstechnologie. Ich werbe deshalb sehr ausdrücklich für mehr japanisch-deutsche Kooperation, auch auf Drittmärkten. Wir sollten systematisch gemeinsame Projekte in der Infrastruktur, der Energieversorgung, der industriellen Digitalisierung und der nachhaltigen Produktion identifizieren. Unsere Auslandshandelskammern, Wirtschaftsverbände, unsere Unternehmen insgesamt können dafür einen entscheidenden Beitrag leisten. Tun Sie also hier mit, meine Damen und Herren, als Unternehmerinnen und Unternehmer! Hier warten große Chancen für uns alle. Sie wissen es: Künstliche Intelligenz revolutioniert die industrielle Produktion in einem Ausmaß, wie wir alle es heute wahrscheinlich noch nicht wirklich verstehen. Sie verändert die Forschung, und sie verändert große Bereiche wirtschaftlicher Tätigkeit. – Ich will es so ausdrücken: Über unseren künftigen Wohlstand wird damit entschieden. Künstliche Intelligenz eröffnet enorme Chancen für effiziente Produktionsprozesse, für intelligente Logistik, für eine höhere Produktivität.

Deutschland und Japan verfügen in diesem Sinne über sehr gute, über hervorragende Voraussetzungen, um diese Möglichkeiten auch zu nutzen. Beide Länder haben eine starke industrielle Basis, exzellente Forschungseinrichtungen und Unternehmen, die komplexe technische Systeme entwickeln und weltweit vermarkten können. Japan ist längst ein enger Partner im Rahmen von Industrie 4.0; so nennen wir es. Vergangenes Jahr haben wir das zehnjährige Jubiläum dieser Partnerschaft gemeinsam gefeiert.

Wir haben jetzt die Chance, die nächsten zehn Jahre ganz vorn mitzugestalten, genau dort, wo KI mit Robotik, Automatisierung, Maschinenbau und industriellen Taten zusammenkommt. Unser europäischer Anspruch ist es, Europa zu einem KI-Kontinent werden zu lassen. Wir haben die gesammelten Expertisen und Investitionen aus den europäischen Mitgliedstaaten zusammengezogen und arbeiten gerade an der nächsten Generation eines – so nennen wir es – Ökosystems für industrielle KI. In Deutschland haben wir gemeinsam mit der Wirtschaft die Plattform Industrie 4.0 zur neuen Plattform „Industrie für AI“ weiterentwickelt, und wir wollen mit der „European future of AI Initiative“, die auch ausdrücklich für nichteuropäische Partner geöffnet werden soll, die nächste Generation der künstlichen Intelligenz entwickeln. Meine Damen und Herren, in diesem Sinne ist Japan eingeladen, an dieser Initiative mitzuwirken.

Ich nenne ein weiteres Ziel, das uns gemeinsam verbindet. Wir lernen in diesen turbulenten Zeiten, dass der technologische Fortschritt, den wir wollen, von Voraussetzungen abhängt, die wir selbst besser garantieren müssen. Ohne kritische Rohstoffe gibt es keine Batterien, keine modernen Halbleiter, keine leistungsfähigen Elektromotoren und keine der anderen der zahlreichen Technologien, auf die unsere Volkswirtschaften zukünftig angewiesen sein werden, mehr als je zuvor. Wir gehen erhebliche Risiken ein, weil sich Rohstoffgewinnung und Rohstoffverarbeitung auf wenige Länder dieser Welt konzentriert. Wir müssen unsere Bezugsquellen diversifizieren! Wir müssen Recycling und Kreislaufwirtschaft stärken und neue Technologien zur effizienteren Nutzung von Materialien entwickeln! Japan, Sie, haben hier schon sehr viel Erfahrung, und deshalb sollten Deutschland und Japan auch auf diesem Feld enger zusammenarbeiten. Beide Länder sind auf verlässliche Lieferketten angewiesen, beide verfügen über technologische Kompetenzen, die sich gegenseitig ergänzen, und beide haben ein Interesse daran, wirtschaftliche Abhängigkeiten zu reduzieren, ohne den internationalen Handel dadurch einzuschränken.

Ja, meine Damen und Herren, wir lernen in diesen Jahren wieder einmal, dass es Freiheit und Frieden nur gibt, wenn wir sie mit Macht und auch mit Stärke schützen. Deutschland und Japan sind bereit, mehr Verantwortung für die internationale Ordnung und für die Sicherheit ihrer Bürgerinnen und Bürger zu übernehmen. Verteidigungsfähigkeit, und ich kenne die Diskussion auch in Ihrem Land, erfordert politische Entschlossenheit. Sie erfordert aber ebenso eine leistungsfähige industrielle Basis, sie erfordert technologische Kompetenz, und sie erfordert, erneut gesagt, belastbare Lieferketten. Deshalb sollten wir auch in Zukunft die Zusammenarbeit unserer Verteidigungsindustrie vertiefen. Gemeinsam mit unseren Industriepartnern wollen wir neue Märkte erschließen und bestehende Exportpotenziale weiterentwickeln. Deshalb – Sie werden es bemerkt haben – begleiten mich auch Vertreter deutscher Unternehmen der Sicherheitsindustrie und der Verteidigungsindustrie.

Auch dieses Thema zeigt: Unsere Partnerschaft wird immer wichtiger in einer Zeit, in der sich die Welt eben grundlegend ändert. Wir erleben Kriege in Europa und im Nahen und Mittleren Osten. Wir erleben zunehmenden Protektionismus und einen intensiven Wettbewerb um Technologien, um, erneut gesagt, Rohstoffe und um industrielle Wertschöpfung. Wenn aber globale Lieferketten politisch instrumentalisiert werden, wenn der freie Zugang zu Schlüsseltechnologien erschwert wird, wenn Rohstoffsicherung für Machtpolitik eingesetzt wird, statt in fairer Partnerschaft zu geschehen, wenn einseitige Abhängigkeiten die eigene wirtschaftliche und politische Handlungsfähigkeit infrage stellen, dann gefährdet das Wachstum, Wohlstand und letztendlich die Sicherheit ganzer Regionen.

Es ist keine Antwort, sich von der Weltwirtschaft oder von bestimmten großen Märkten abzukoppeln. Das wäre die falsche und es wäre eine gefährliche Antwort. Volkswirtschaften wie die unseren, deren Wohlstand ganz wesentlich auf internationalem Handel und industrieller Stärke beruht, können ihre Zukunft nicht durch Abschottung gewinnen. Stattdessen betreiben wir in Europa ein aktives „de-risking“, um gemeinsam mit unseren Partnern Risiken abzubauen, kritische Lieferketten abzusichern und faire Rohstoff- und Technologieallianzen aufzubauen. Diversifizierung ist unsere geteilte Agenda, um wirtschaftliche Stärke, Handlungsfreiheit und Stabilität zu sichern. Deutschland und Japan wollen Handel ermöglichen, wollen Investitionen erleichtern, wollen Innovation fördern und verlässliche Partnerschaften schaffen, nicht als Reaktion auf eine einzelne Krise, sondern als langfristige Strategie für Wachstum, Wohlstand und Sicherheit.

Meine Damen und Herren, das Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Japan ist hierfür eine wichtige Grundlage. Auch neue Abkommen mit Indien, Indonesien, Australien und bald auch den Philippinen, Malaysia und Thailand zeigen: Deutschland und die Europäische Union sind und bleiben Motoren für den Freihandel. Wir wollen die Verhandlungen mit weiteren Partnern der Region zum Abschluss bringen, und wir wollen eine Perspektive über die bilateralen Abkommen hinaus eröffnen.

Viele Staaten hier in der Region, aber auch weltweit, verdanken ihren Wohlstand und ihren wirtschaftlichen Aufschwung dem internationalen Handel. Herr Vorsitzender, Sie haben es genauso zum Ausdruck gebracht. Sie sind aus gutem Grund nicht bereit, diesen Wohlstand aufzugeben. Aber genau diese Staaten rufe ich dazu auf, den offenen und regelbasierten Handel zu unterstützen. Lassen Sie uns enger zusammenrücken und gemeinsam vorangehen, um die regelbasierte globale Wirtschaftsordnung zu verteidigen und sie auch weiterzuentwickeln.

Meine Damen und Herren, ich will, dass wir uns große Ziele setzen. Lassen Sie uns unsere bilateralen Handelsabkommen miteinander verzahnen, miteinander verbinden, damit unsere Unternehmen deren Vorteile kombiniert nutzen können. Und lassen Sie uns gemeinsam auf ein großes interregionales Abkommen hinarbeiten, das die Realitäten vernetzter Liefer- und Produktionsbeziehungen widerspiegelt. Ich nenne Ihnen hierzu ein Beispiel: Der Dialog zwischen der Europäischen Union und CPTPP ist hier ein richtiger Schritt in die richtige Richtung. Vielleicht steht am Ende sogar ein Abkommen zwischen der Europäischen Union und den ASEAN-Staaten insgesamt. Wir wollen jedenfalls an diesem Ziel festhalten und mit Ihnen darüber in einen Dialog eintreten; denn Handelsabkommen, meine Damen und Herren, sind eine unverzichtbare Basis.

Doch wir dürfen nicht vergessen, dass unsere globale, regelgebundene Handelsordnung auch unsere politische Unterstützung braucht. Deshalb schlage ich vor, gemeinsam eine globale politische Allianz für regelgebundenen Handel zu begründen. Diese politische Allianz sollte den regelbasierten Handel einschließlich der Welthandelsorganisation WTO verteidigen, stärken und weiterentwickeln. Sie sollte politische Impulse setzen und auch gemeinsam reagieren, wenn die regelbasierte Ordnung in Gefahr gerät. In einer solchen Allianz gleichgesinnter Partner könnten wir unsere Unterstützung für ein regelbasiertes Handelssystem bündeln und auch dringend notwendige Reformen, etwa der WTO, voranbringen. Wir könnten bekräftigen, dass wir auf unerlaubte Zölle oder Zwang verzichten. Wir könnten unser gemeinsames Verständnis wichtiger Handelsregeln schärfen, etwa zur Industriepolitik oder zur nationalen Sicherheit. In der Streitbeilegung könnten wir uns darauf verständigen, trotz der gegenwärtigen Blockade der WTO-Berufungsinstanz Entscheidungen als verbindlich anzuerkennen. Und wenn die Regeln des Welthandelssystems von anderen infrage gestellt oder gar gebrochen werden, oder wenn wirtschaftlicher Zwang ausgeübt wird, dann könnten wir uns in der Allianz koordinieren und gemeinsam auftreten.

Meine Damen und Herren, ich gebe zu: Das ist eine Perspektive für die Zukunft, an der wir arbeiten müssen. Das ist aber der Weg, auf dem wir geleitet von gemeinsamen Werten, pragmatisch und ambitioniert in eine gemeinsame Zukunft gehen können. Der kanadische Premierminister Mark Carney sprach Anfang des Jahres auf der Konferenz in Davos von prinzipiengeleitetem Pragmatismus. Ich will es einmal so ausdrücken: Ganz gleich, ob wir nun Groß-, Klein- oder Mittelmächte sind: Wenn wir gemeinsam vorangehen, wird die Frage nicht mehr sein, ob wir, „auf der Speisekarte stehen“ oder „am Tisch sitzen“. Vielmehr gehört uns dann gemeinsam – um im Bild zu bleiben – das Restaurant.

Meine sehr verehrten Damen und Herren, die ersten japanisch-deutschen Regierungskonsultationen 2023 mit Fokus auf Wirtschaftssicherheit waren ein Bekenntnis zu einer vertieften Zusammenarbeit. Wirtschaftliche Sicherheit entsteht heute durch den verlässlichen Zugang zu Rohstoffen, durch technologische Fähigkeiten, effiziente Ressourcennutzung und ein multilaterales Netz verlässlicher Partnerschaften. Ich freue mich in diesem Sinne darauf, die Regierungskonsultation im nächsten Jahr in Berlin fortzusetzen, und ich lade die japanische Regierung von dieser Stelle aus noch einmal von ganzem Herzen dazu ein.

Schließlich, meine Damen und Herren: Eine Konferenz wie diese – und ich bedauere, dass ich nicht die ganze Zeit bei Ihnen sein kann, sondern die Konferenz gleich verlassen muss, weil ich die Premierministerin treffe – ist das Ergebnis monatelanger intensiver Vorbereitung. Mein ausdrücklicher Dank gilt deshalb den Organisatoren der Außenhandelskammer Japan, die so viel für die Fachkräftebasis unserer beiden Volkswirtschaften tut, dem japanischen Industrieverband und langjährigen Partner für deutsche Unternehmen Kaidanren, und Minister Akazawa. Ich freue mich, dass Sie alle hier heute so zahlreich dabei sind und die Gelegenheit nutzen, über eine Vertiefung unserer Wirtschaftsbeziehungen zu sprechen. Von deutscher Seite wünschen wir uns eine solche Vertiefung, wissend, dass wir auf eine viele Jahrzehnte währende gute partnerschaftliche Zusammenarbeit zurückblicken können, die jetzt in eine neue Phase eintreten sollte. Wir sollten zeigen, dass wir gemeinsam – Japan und Deutschland, Deutschland in der Europäischen Union – Seite an Seite diesen Herausforderungen unserer Zeit entschlossen begegnen.

Ich wünsche Ihnen in diesem Sinne spannende Impulse und bereichernde Gespräche. Ich danke Ihnen allen noch einmal sehr herzlich für Ihr großartiges Engagement in Ihren Unternehmen, aber vor allem auch in der sehr guten Zusammenarbeit zwischen Japan und Deutschland.

Herzlichen Dank!