Abschlusspressestatement des Bundeskanzlers in Hangzhou
Die China-Reise von Bundeskanzler Merz endete mit tiefen Eindrücken und einer positiven Bilanz. Auf politischer und wirtschaftlicher Ebene sollen die Beziehungen beider Länder gestärkt werden. Es seien aber auch gemeinsame Herausforderungen zu bewältigen.
- Mitschrift Pressekonferenz
- Donnerstag, 26. Februar 2026
Kanzler Merz betonte seine Absicht, die Beziehungen zu China weiter zu festigen.
Foto: Bundesregierung/Guido Bergmann
Bundeskanzler Friedrich Merz hat zum Ende seiner China-Reise ein positives Fazit gezogen. Begleitet von einer großen Wirtschaftsdelegation besuchte der Kanzler am zweiten Tag seiner Reise drei Unternehmen in der Millionenstadt Hangzhou. Bei Mercedes-Benz, Unitree und Siemens Energy habe er sich von der hohen Produktqualität und dem hohen technologischen Standard überzeugen können, so Merz.
Das Wichtigste in Kürze:
- Wirtschaftliche Kooperationen: „Wir haben eine gute Kooperation mit China“, resümierte Bundeskanzler Merz. Die besuchten Unternehmen seien eindrucksvolle Beispiele guter Kooperation und technologischer Entwicklung gewesen. Bei der Chinareise seien neue Geschäftsbeziehungen aufgenommen oder vertieft worden.
- Internationale Herausforderungen: Dennoch stünden Deutschland und China viele Aufgaben bevor, „die wir noch zusammen zu bewältigen haben“, vor allem beim Wettbewerb. Er plädierte daher dafür, bei weiteren Treffen auch schwierige Themen offen anzusprechen.
- Partnerschaft zu China stärken: Der Kanzler sprach sich für eine weitere Festigung der Beziehungen zu China aus – sowohl bei politischen Gesprächen als auch bei der ökonomischen Zusammenarbeit. Daher werde Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche China einen Folgebesuch abstatten. Zudem seien die deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen noch in diesem Jahr geplant, spätestens zu Beginn des nächsten Jahres.
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Meine Reise nach China neigt sich dem Ende zu und wird in einer Stunde enden. Ich bin dankbar dafür, dass Sie mich begleitet haben. Ich danke der großen Wirtschaftsdelegation, die dabei gewesen ist. Wir hatten Vertreter sehr großer Unternehmen dabei, auch die Vorstandsvorsitzenden, aber auch vieler mittlerer und kleiner Unternehmen. Der Mittelstand war in der Delegation breit vertreten, weil er auch in China stark engagiert ist. Ich konnte manche neuen Geschäftsbeziehungen beobachten und begleiten, die in diesen Tagen aufgenommen und vertieft wurden.
Mir war wichtig, dass ich mir einen ersten Eindruck verschaffe, auch in Gesprächen mit dem Staatspräsidenten und mit dem Ministerpräsidenten des Landes. Ich fahre mit tiefen Eindrücken aus diesem Land. Wir haben eine gute Kooperation mit China. Es gibt aber auch einige Herausforderungen, die wir gemeinsam bestehen müssen. Themen gibt es vor allem beim Wettbewerb. Es gibt hohe Kapazitäten in China, die mittlerweile zum Teil auch für Europa ein Problem darstellen, weil diese Kapazitäten weit über den Marktbedarf hinausgehen. Darüber werden wir nach meinem Besuch noch intensiv zu sprechen haben. Ich werde die Bundeswirtschaftsministerin auch bitten, einen Folgebesuch in China abzustatten. Alles in allem geht es aus meiner Sicht jetzt darum, dass wir eine gute Zusammenarbeit suchen, aber auch ganz offen die Themen, die schwierig sind, ansprechen. Dies habe ich in meinen Gesprächen gestern getan.
Heute konnte ich mich bei insgesamt drei Firmen wirklich noch einmal von der hohen Produktqualität und dem hohen technologischen Standard überzeugen, bei Mercedes-Benz mit autonomem Fahren, in China sehr weit voran, bei Unitree, dem Unternehmen, das in der Robotik sehr weit voran ist, und schließlich bei Siemens Energy, das hier am Standort in Hangzhou im Südosten Chinas für den globalen Markt produziert. Das alles sind eindrucksvolle Beispiele guter Kooperation und guter technologischer Entwicklung. Wir sollten einfach die Beziehungen zu China festigen. Ich bin jedenfalls dazu entschlossen, das zu tun. Das gilt für die politischen Gespräche; das gilt aber auch für die ökonomische Zusammenarbeit.
Last, but not least: Ich hoffe, dass ich in meinen Gesprächen ein bisschen Verständnis dafür wecken konnte, dass die Staatsführung dieses Landes auch einen Beitrag dazu leisten sollte, den Krieg in der Ukraine zu beenden. Darüber habe ich gestern mit Staatspräsident Xi ausführlich gesprochen.
Ich fahre mit vielen guten Eindrücken nach Hause und mit vielen Aufgaben, die wir noch zusammen zu bewältigen haben. Es hat sich gelohnt, diesen Besuch zu machen. Es war eine gute Abfolge, erst in Beijing und dann in Hangzhou zu sein, um die politischen Gespräche dort zu führen und die wirtschaftliche Kooperation hier zu vertiefen. Es war also ein interessanter und guter Besuch. Vielen Dank für Ihre Begleitung! Ich freue mich auf die Fortsetzung der Besuche auch in China. Wir werden im Übrigen die deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen spätestens zu Beginn des nächsten Jahres haben, möglicherweise noch in diesem Jahr. China wird Gastgeber sein. Ich freue mich auf den nächsten Besuch in der Volksrepublik China und auf weiteren guten Austausch, politisch und auch wirtschaftspolitisch.
Herzlichen Dank.