Humanitäre, finanzielle und militärische Hilfe
Die Ukraine als starker, demokratischer und souveräner Staat ist von zentraler Bedeutung – auch für die Sicherheit Deutschlands. Deshalb setzt die Bundesregierung ihre militärische, zivile und politische Unterstützung zuverlässig fort.
Die Ukraine wird von den andauernden russischen Angriffen massiv zerstört – Deutschland steht den Ukrainerinnen und Ukrainern zur Seite.
Foto: Metin Aktas/Anadolu Agency via Getty Images
Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine verursacht unermessliches Leid. Unzählige Menschen haben bereits ihr Leben verloren. Russland greift weiterhin gezielt zivile Ziele und die Energieinfrastruktur des Landes an. Auch in diesem Winter wird Deutschland die Ukraine konsequent unterstützen – zum Beispiel durch die Stärkung ihrer Luftverteidigung sowie durch den Schutz und den Wiederaufbau zerstörter Kraftwerke und der Infrastruktur.
Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine am 24. Februar 2022 hat Deutschland für die Ukraine bilaterale zivile Unterstützung in Höhe von rund 36 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt und militärische Unterstützung in Höhe von rund 40 Milliarden Euro geleistet beziehungsweise für die kommenden Jahre bereitgestellt.
Dieser Text zeigt eine Auswahl direkter und indirekter Hilfsleistungen der Bundesregierung – hier finden Sie die gesamte Liste PDF, 265 KB, barrierefrei . Hinzu kommen Unterstützungsleistungen der Bundesländer, Kommunen, von privaten Initiativen und Unternehmen sowie deutsche Leistungen, die die Ukraine über EU-Programme, den Europarat und die OSZE erhält.
Hilfen für Geflüchtete aus der Ukraine
Viele Ukrainerinnen und Ukrainer mussten seit Beginn des vollumfänglichen Krieges aus ihrer Heimat fliehen. Mehr als eine Million Geflüchtete aus der Ukraine haben in Deutschland Schutz gefunden – vor allem Frauen und Kinder.
Die Bundesregierung hilft ihnen auf vielfältige Weise. Sie unterstützt die Länder und Kommunen finanziell dabei, Geflüchtete unterzubringen und zu versorgen. Das geschieht etwa durch pauschale Entlastungsbeiträge oder durch die Überlassung bundeseigener Liegenschaften als Unterkünfte.
Menschen, die aus der Ukraine fliehen, erhalten bei Bedarf staatliche Unterstützung – und es gibt viele weitere Angebote für sie. So hat die Bundesregierung etwa Deutschsprachkurse, Weiterbildungen und andere Eingliederungsleistungen für sie geöffnet. Durch die Jobcenter werden sie auch bei der Arbeitssuche unterstützt.
Laut einer Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung ist drei Jahre nach Ankunft etwas mehr als die Hälfte der Ukrainerinnen und Ukrainer erwerbstätig. Die Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht monatlich weitere Zahlen zur Beschäftigungssituation der Geflüchteten.
Weitere Angebote:
- Digitales Hilfe-Portal Germany4Ukraine der Bundesregierung, das zum Beispiel Online-Services wie „Aufenthaltserlaubnis“, „Integrationskurs“ oder „Bürgergeld beantragen“ bietet
- Projekt „Move“, das die Deutsche Sportjugend gemeinsam mit der Bundesregierung für Kinder und Jugendliche aus der Ukraine gestartet hat, um „Begegnung durch Sport“ möglich zu machen
- „Nummer gegen Kummer“ – Helpline Ukraine
Militärische Hilfen für die Ukraine
Die Ukrainerinnen und Ukrainer verteidigen sich tapfer gegen die fortlaufenden russischen Angriffe. Dabei unterstützt Deutschland das angegriffene Land in großem Umfang: Zum einen mit Ausrüstungs- und Waffenlieferungen aus Beständen der Bundeswehr sowie der Ausbildung ukrainischer Soldaten, zum anderen durch Lieferung der Industrie, die aus Mitteln der Ertüchtigungshilfe der Bundesregierung finanziert werden.
Hiervon umfasst sind unter anderem Flugabwehr-Systeme, Gefechtsfahrzeuge, Artilleriesysteme, geschützte Transportfahrzeuge, Handwaffen und Munition sowie Sanitätsmaterial und Bekleidung.
Deutschland ist weiterhin größter militärischer Unterstützer der Ukraine in Europa.
Hilfen im Bereich Infrastruktur in der Ukraine und humanitäre Hilfe
Die Ukraine ist vom zunehmenden Beschuss ziviler Infrastruktur, etwa von Wasser- und Elektrizitätswerken, an vielen Orten massiv getroffen. Das bringt die Bevölkerung in große Not. Deutschland hilft hier deshalb zum Beispiel, indem es über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Reparatur- und Erhaltungsmaßnahmen an der Energieinfrastruktur finanziert. Deutschland stellt unter anderem Turbinen und Generatoren für die Stromerzeugung und Ersatzanlagen für die Infrastruktur zur Verfügung oder finanziert deren Beschaffung.
Das Auswärtige Amt (AA) engagiert sich beispielsweise auch im Bereich des physischen Schutzes von Kernkraftwerken und unterstützt die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) bei der Entsendung von Experten.
Die Bundesregierung finanziert humanitäre Hilfsaktivitäten und arbeitet hierzu mit internationalen Organisationen und Nichtregierungsorganisationen zusammen. So sorgt sie dafür, dass medizinische Versorgung, Lebensmittel, sauberes Wasser und andere Nothilfen die Menschen schnell erreichen. Vor allem in Frontnähe leben Millionen Menschen in akuter Not und sind auf Hilfslieferungen angewiesen. Darüber hinaus benötigen Millionen Binnengeflüchtete und zurückkehrende Geflüchtete in vielen Fällen Unterstützung.
Unterstützung beim Katastrophenschutz
Das Technische Hilfswerk (THW), das Bundeskriminalamt (BKA) und die Bundespolizei unterstützen ihre ukrainischen Partnerbehörden. Hierzu werden beispielsweise über Hilfstransporte Sachgüter wie Generatoren, Spezialfahrzeuge oder auch Medizin und Ausrüstung für Rettungskräfte zur Verfügung gestellt. Ein besonderer Fokus liegt auch auf der Unterstützung in frontnahen Regionen.
Das Auswärtige Amt finanziert die Räumung von Minen und Kampfmitteln, die in der Ukraine großflächig verstreut sind und stattet den Katastrophenschutz der Ukraine aus. BKA und AA unterstützen außerdem bei Spurensicherung und Dokumentation von Kriegsverbrechen und Kriegszerstörung.
Unterstützung beim Wiederaufbau
Der Wiederaufbau der Ukraine muss national und international koordiniert werden. Dazu müssen kurzfristige und langfristige Unterstützung ineinandergreifen. Zusätzlich sind Reformen in der Ukraine notwendig. Hier setzt sich Deutschland national wie international für einen nachhaltigen Wiederaufbau ein, beispielsweise indem es die ukrainische Regierung zu Reformen für den EU-Beitritt berät.
Die Bundesregierung unterstützt den Wiederaufbau des Landes unter anderem durch:
- eine nationale „Plattform Wiederaufbau Ukraine“, welche die nichtstaatlichen Akteure zur Unterstützung des Wiederaufbaus besser vernetzen soll
- eine internationale Plattform von G7 und Ukraine für die Wiederaufbau-Geberkoordinierung
Hilfen im Bereich Wirtschaft
Das Bundeswirtschaftsministerium ermöglicht es deutschen Unternehmen, sich trotz der Kriegssituation weiter in der Ukraine zu engagieren. Dazu werden deutsche Exporte in das Land, aber auch Investitionen vor Ort erleichtert. Ukrainische Unternehmen in der Ukraine können ihrerseits von zinsgünstigen Krediten profitieren. Ukrainische Führungskräfte werden außerdem über das Programm „Partnering in Business with Germany” unterstützt.
Finanzielle Hilfen
Fast alles, was Deutschland an Unterstützung für die Ukraine leistet, kostet Geld: Wenn Deutschland etwa Zelte zur Verfügung stellt, müssen diese bezahlt werden. Aber auch Expertenwissen muss finanziert werden. Daneben hilft Deutschland unmittelbar finanziell, um die staatliche Handlungsfähigkeit der Ukraine zu gewährleisten und zu stärken. Dazu gehören etwa milliardenschwere Zuschüsse über ein vom Internationalen Währungsfonds (IWF) für die Ukraine verwaltetes Konto.
So decken die finanziellen Hilfen viele Bereiche ab, darunter auch Zahlungen über die Jewish Claims Conference an Holocaust-Überlebende in der Ukraine.
Hilfen im Bereich Bildung
Im Bereich der beruflichen Bildung hilft etwa der „BerufeNavi“ bei der beruflichen Orientierung, die KAUSA-Landesstellen und das BOFplus-Programm (Berufliche Orientierung für Zugewanderte) leisten Unterstützung auf dem Weg in eine Ausbildung. Im Bereich Hochschulbildung bündelt die Nationale Akademische Kontaktstelle Ukraine (Naku) Informationen zu Wissenschaft und Hochschulen in Deutschland. Im Juli 2025 startete zudem die Förderung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) für den Aufbau eines Deutsch-Ukrainischen Hochschulnetzwerks.
Darüber hinaus hilft Deutschland der Ukraine beim Wiederaufbau des eigenen Wissenschaftssystems.
Hilfen im Bereich Gesundheit
Deutschland leistet auch Unterstützung bei der medizinischen Versorgung der Menschen in der Ukraine wie auch von Geflüchteten in Deutschland.
Bilaterale Projekte zur Gesundheitsversorgung in der Ukraine werden gezielt unterstützt. Dabei geht es etwa um Maßnahmen im Bereich Telemedizin, Prothektik und rehabilitative Versorgungsstruktur.
Auch die Evakuierung von Kranken und Verletzten zur medizinischen Behandlung in Deutschland wird unterstützt.