Vertrauen in den Wirtschaftsstandort Deutschland

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 Rede von Bundeskanzler Merz beim Jahrestreffen der Initiative „Made for Germany“
Vertrauen in den Wirtschaftsstandort Deutschland

Vor einem Jahr gründete sich die Unternehmensinitiative „Made for Germany“ mit dem Ziel, Deutschland als Wirtschaftsstandort zu stärken. Der Bundeskanzler bedankte sich für das Vertrauen in den Standort und die mehr als 800 Milliarden Euro Investitionszusagen.

Mittwoch, 30. September 2026 in Berlin
Bundeskanzler Merz am Rednerpult bei

In seiner Rede würdigte Bundeskanzler Merz die Initiative „Made for Germany“ und ihr Vertrauen in den Wirtschaftsstandort Deutschland.

Foto: Bundesregierung/Jesco Denzel

Bei seiner Rede anlässlich des Jahrestages der Unternehmensinitiative „Made for Germany“ sagte Bundeskanzler Friedrich Merz, die Initiative sei eine ermutigende Botschaft für das ganze Land. Er hob die Erfolge der Initiative hervor – seit ihrem Start hat sich die Mitgliederzahl mehr als verdoppelt und die Unternehmen haben Investitionen in Höhe von über 800 Milliarden Euro zugesagt. 

„Sie senden auch ein wichtiges Signal an die Menschen in unserem Land, ein Signal an Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, dass die Wirtschaft in die Verantwortung geht“, sagte der Bundeskanzler. Die Unternehmen seien in der Lage, die Herausforderungen in Deutschland anzunehmen und sich im weltweiten Wettbewerb auch zu behaupten. Daraus ergebe sich zusammen mit dem Sondervermögen für Investitionen und Klimaschutz eine der größten Innovationsinitiativen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Ermutigende Investitionen in Deutschland: Der Bundeskanzler nannte Investitionen der vergangenen Monate und sagte, es seien 300 Leuchttürme von der industriellen KI-Cloud über Rechenkapazitäten bis zu Mikroelektronik zu beobachten. Deutschlands Mittelstand verfüge über einen einmaligen und tiefen Datenvorrat, der einen enormen Wettbewerbsvorteil darstelle. Die Medizintechnik sei einer der am schnellsten wachsenden Sektoren. Auch Robotik und Kreislaufwirtschaft bieten große Chancen.  
  • Infrastruktur schneller ausbauen: Das Sondervermögen zusammen mit dem Investitions-Zukunftsgesetz sorgen für schnelleren Ausbau der Infrastruktur. „Es ist ein Gesetz, das uns die Beschleunigung beim Straßenbau, bei Brücken, Schienen und Industrieanlagen ermöglicht“, sagte der Kanzler.
  • Reformen fortsetzen: Die Bundesregierung habe die Reformen angepackt: Die Krankenversicherungsstrukturreform ist in Kraft, die Pflegereform wurde im Bundeskabinett beschlossen und eine Kapitaldeckung in der gesetzlichen Rentenversicherung wurde vorgeschlagen. Der Bundeskanzler kündigte an, dass „eine ganze Reihe von Arbeitsmarktgesetzgebung folgen muss“. Damit werde sich der Koalitionsausschuss in der kommenden Woche beschäftigen. Erste Wirtschaftssignale wie die nach oben korrigierte Wachstumsprognose auf 1,3 Prozent in diesem Jahr sowie die Rekordzahlen der Neugründungen von Start-ups seien ermutigend. 

Die Initiative „Made for Germany“ wurde im Juli 2025 mit 60 Unternehmen gegründet und besteht mittlerweile aus 147 Unternehmen – darunter Start-ups sowie mittlere und große Unternehmen. Die Initiative will zur Verbesserung des Investitionsklimas in Deutschland beitragen. Dafür investieren die Unternehmen unter anderem in neue Standorte in Deutschland – aber auch in Forschung und Entwicklung sowie in die Modernisierung deutscher Infrastruktur. Die Investitionszusagen der Teilnehmenden belaufen sich inzwischen auf über 800 Milliarden Euro für den Zeitraum zwischen 2025 und 2028.

Lesen Sie hier die Mitschrift der Rede:

Lieber Roland Busch,
lieber Christian Sewing,
lieber Martin Blessing,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

herzlichen Dank für die Einladung und die freundliche Begrüßung heute. Ich freue mich, dass wir zusammen das einjährige Bestehen der Initiative „Made for Germany“ feiern können. Wir können es wirklich feiern, denn es ist ein großer Erfolg. Als wir uns vor einem Jahr zur Auftaktveranstaltung im Bundeskanzleramt getroffen haben, da hatten wir Zusagen von gut 600 Milliarden Euro bis zum Jahr 2028. Diese Summe ist mittlerweile auf über 800 Milliarden Euro angewachsen.

Herr Busch, Sie haben es gerade gesagt: Die Zahl der Mitglieder dieser Initiative, die Zahl der Unternehmen, die konkrete Investitionszusagen am Standort Deutschland geben, hat sich auf über 140 verdoppelt. Man kann es einfach so sagen: Hier in diesem Raum sitzt Zuversicht, hier in diesem Raum sitzt Optimismus, hier in diesem Raum sitzt auch Vertrauen in den Wirtschaftsstandort Deutschland. Dafür möchte ich mich ganz herzlich bei Ihnen allen bedanken.

Das ist eine nicht nur notwendige, sondern vor allem ermutigende Botschaft in diesen Tagen – für mich, für die gesamte Bundesregierung, aber vor allem für unser Land, für die Bundesrepublik Deutschland. Wir sind – das sage ich ganz offen und ehrlich – noch nicht da, wo wir in der Bundesregierung zum jetzigen Zeitpunkt im Herbst 2026 sein wollten, aber wir haben einiges auf den Weg gebracht. Dass Sie dabeibleiben, dass sich diese Initiative so gut entwickelt, dass „Made for Germany“ wirklich eine Marke geworden ist, das ist ein starkes Signal, das auch mir persönlich Mut macht.

Meine Damen und Herren, die Investitionszusagen sind nicht nur von volkswirtschaftlicher und strategischer Bedeutung für den Standort Deutschland, sie senden auch ein wichtiges Signal an die Menschen in unserem Land, ein Signal an Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, dass die Wirtschaft in die Verantwortung geht, dass sie bereit ist, am Standort Deutschland zu investieren und einfach auch an junge Menschen in Deutschland die Botschaft zu geben: Es lohnt sich, in Deutschland zu investieren. – Ich glaube, das ist die wichtigste Botschaft, die wir in diesen Tagen geben können.

Ihre Unternehmen sind in der Lage, die Herausforderungen der heutigen Zeit in Deutschland anzunehmen und sich auch im weltweiten Wettbewerb zu behaupten. Wenn wir das zusammennehmen mit dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität, ergibt sich eine der größten Innovations- und Investitionsinitiativen der vergangenen Jahrzehnte, die wir in Deutschland gesehen haben; ich komme gleich darauf zurück. Genau das schafft Wachstum, und das schafft Arbeitsplätze in Deutschland. Diese Investitionen erhöhen auch die Produktivität unseres Wirtschaftsstandortes. Genau darauf sind wir dringend angewiesen, um unseren Wohlstand in der Zukunft zu erhalten.

Das ist die abstrakte Version der Geschichte. Aber das Großartige ist: Es wird jetzt sehr konkret. – Herr Busch, Sie haben gerade schon einige Beispiele genannt.

Dank der Investitionen von Unternehmen, die hier vertreten sind, sahen wir im vergangenen Jahr etwa die Eröffnung der industriellen KI-Cloud von Telekom und SAP in München. Dadurch werden die souveränen KI-Rechenkapazitäten in Deutschland um bis zu 50 Prozent erhöht, spezifisch für die Bedarfe der schon genannten industriellen KI-Anwendung.

Wir sehen die Eröffnung der Smart Power Fab von Infineon in Dresden – das haben Sie gerade auch angesprochen –, die nicht nur 1.000 neue Arbeitsplätze schafft, sondern auch zur Resilienz der Lieferketten für unser Land beiträgt.

Wir sehen den Ausbau des Gründungsstandortes von Zeiss in Jena zu einem der hochmodernsten integrierten Hightech-Campus in Europa.

Wir sehen die Weiterentwicklung des Standorts von Festo im saarländischen Rohrbach, mal ganz am anderen Ende der Republik, zum Leitwerk und damit zu einem der weltweit führenden Zentren für Linear- und Automatisierungstechnologie.

Und wir sehen, was mich besonders freut, den Aufbau von Forschungs- und Entwicklungshubs für Laserfusion, unter anderem durch Marvel Fusion.

Meine Damen und Herren, das ist wirklich eine großartige Sache. Wir wissen noch nicht, ob diese Technologie eines Tages wirklich zu einem Fusionsreaktor am Netz führt, aber wir haben den Optimismus, die Zuversicht. Das ist ja auch der Anspruch im Koalitionsvertrag, dass wir den ersten Fusionsreaktor auf der Welt in Deutschland ans Netz nehmen wollen. Über jedes dieser einzelnen Projekte könnten wir jetzt lange sprechen. Das würde sich lohnen, weil es in vielfältiger Hinsicht spannend ist. Aber das schaffen wir heute Abend nicht, denn es sind mittlerweile insgesamt 300 Leuchtturmprojekte dieser Art, die Sie als Unternehmen auch gemeldet haben. Jedes einzelne dieser Projekte verschafft uns einen Ausblick auf unsere Zukunft in Deutschland. Es geht um Investitionen in souveräne Recheninfrastruktur, damit wir in Zukunft in Deutschland industrielle Datenschätze heben können und sie für KI-Anwendungen nutzen können.

Erlauben Sie mir an dieser Stelle etwas zu sagen, insbesondere mit einem Appell an den Mittelstand: Der Mittelstand in Deutschland muss seine Daten besser nutzen. Wenn der Mittelstand in Deutschland diesen Datenschatz hebt und ihn nutzbar macht, dann haben wir einen der größten Standortvorteile auf der Welt, weil kein zweites Land auf der Welt über einen so vielfältigen und tief gestaffelten industriellen Mittelstand wie Deutschland verfügt. Bitte öffnen Sie sich für diese Möglichkeiten, auch im Zusammenhang mit zukünftigen Investitionen.

Ich will hinzufügen: Es gibt Investitionen in neue und erneuerbare Energiequellen, durch die wir Emissionen reduzieren und resilienter werden können. Es geht um moderne Medizintechnik. Auch dafür: ein Standort wie kaum ein zweiter auf der Welt. Ich habe dem neuen Bundesgesundheitsminister gesagt: Du übernimmst nicht nur ein großes Aufgabengebiet in der sozialen Sicherung, sondern du übernimmst die Zuständigkeit für den am schnellsten wachsenden Sektor unserer Volkswirtschaft. ‑ Das ist der gesamte medizinische Bereich, angefangen bei der Geburtshilfe, über die gesamte Wertschöpfungskette der medizinischen Versorgung, bis hin zur Betreuung in Alten- und Pflegeheimen. Wir sehen das immer als einen Kostenfaktor. Ja, es ist ein gewaltiger Kostenfaktor. Aber es ist auch ein Wirtschaftsfaktor für unser Land. Noch einmal: der am schnellsten wachsende Sektor unserer Volkswirtschaft, wenn man diesen gesamten Sektor einschließlich der Medizintechnik, der pharmazeutischen Industrie zusammennimmt.

Wir gehen ganz gezielt in die Erhöhung unserer Verteidigungsfähigkeit durch den Bau von modernsten Produktionsstätten. Es geht um Robotik, es geht um kritische Rohstoffe, die wir zum Beispiel aus gebrauchten Batteriezellen zurückgewinnen können, usw. Kurzum: Hier bei Ihnen, meine Damen und Herren, wird ganz konkret und greifbar Zukunft für Deutschland gemacht. – Darum geht es, wenn wir jetzt ganz konkret über Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes sprechen. Darum geht es für Sie mit dieser Initiative „Made for Germany“. Darum geht es auch mir als Bundeskanzler und uns in der Bundesregierung. Wir wollen Sie und alle Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dabei unterstützen, in die Zukunft unseres Landes zu investieren. Wir wollen es Ihnen und uns allen zusammen leichter machen. Das ist die wichtigste Botschaft.

In der Politik kann man dieses Zukunftsbild zeichnen. Aber zum Leben erwecken können nur Sie es in Ihren Unternehmen. Ja, um das zu erreichen, müssen wir etwas tun, müssen wir mehr tun. Der Bedarf an Strukturreformen in unserem Land ist groß. Darüber haben wir ausführlich vor einem Jahr im Bundeskanzleramt gesprochen. Darüber haben wir auch vor einem halben Jahr auf der Hannover Messe gesprochen, die, wie ich finde, übrigens eine der erfolgreichsten Hannover Messen war, die ich in den vergangenen Jahren besucht habe, obwohl die Zahl der Aussteller kleiner geworden ist.

Aber auch die Zusammenarbeit mit Brasilien, kurz nachdem das MERCOSUR-Abkommen in Kraft getreten ist, für das wir uns auch sehr auf der europäischen Ebene eingesetzt haben ‑ ‑ ‑ Übrigens einmal in Klammern hinzugefügt: Die Entscheidung, diesem Abkommen im Europäischen Rat zuzustimmen, erstmalig einem Handelsabkommen der Europäischen Union zuzustimmen, obwohl Frankreich nicht zugestimmt hat, ist mir nicht ganz leichtgefallen. Ich habe es trotzdem getan, es mit dem Staatspräsidenten von Frankreich auch abgestimmt und ihm gesagt: Ich werde zustimmen, damit dieses Abkommen in Kraft treten kann. Kurze Zeit darauf folgte die Hannover Messe mit Brasilien als Partnerland. Ich finde, es war ein großartiger Erfolg und auch eine sehr schöne Sequenz in den Entscheidungen.

Meine Damen und Herren, wir haben einiges an Gesetzgebungsarbeit geleistet. Ich will hier nur das Infrastruktur-Zukunftsgesetz nennen. Es ist ein Gesetz, das uns die Beschleunigung beim Straßenbau, bei Brücken, Schienen und Industrieanlagen ermöglicht, sodass im Infrastrukturausbau jetzt auch eine wirkliche Dynamik entsteht. Wir haben das Geld und wir haben jetzt auch die regulatorischen Möglichkeiten geschaffen. Das Gesetz ist seit dem 21. Juli in Kraft. Diejenigen, die aus dem Rhein-Ruhr-Gebiet oder aus dem Rhein-Main-Gebiet kommen, wissen, dass es dort eine Autobahnverbindung gibt, die wir mit größter Mühe innerhalb eines Zeitraums von knapp vier Jahren neu gebaut haben. Das ist die berühmte Sauerlandlinie, A 45, Rahmedetalbrücke. Sie ist für den Verkehr untauglich geworden, gesprengt und neu aufgebaut worden, innerhalb von vier Jahren, mit Hunderten von Ausnahmegenehmigungen.

Das, was wir da mit Ausnahmegenehmigungen gemacht haben, weil es dringend notwendig war, einschließlich des Verzichts auf ein neues Planfeststellungsverfahren, ist jetzt für alle Infrastrukturvorhaben in Deutschland möglich. Wir haben das durch dieses Gesetz ermöglicht. Ersatzbauten brauchen kein neues Planfeststellungsverfahren mehr. Wir können das alles jetzt beschleunigt machen. Dieser Infrastrukturausbau steht unter dem besonderen öffentlichen Interesse, und dieses besondere öffentliche Interesse verdrängt alle anderen Genehmigungsverfahren. Deswegen ist das jetzt eine richtige Entscheidung, die uns auch ermöglicht, schnell die Infrastruktur auszubauen.

Wir haben die Hightech Agenda Deutschland beschlossen. Wir konzentrieren uns durch entsprechende Entscheidungen beim Bürokratierückbau auf die wesentlichen Begrenzungen hinsichtlich der Bürokratie.

Wir haben vor dem Sommer verabredet, dass wir auch den Arbeitsmarkt flexibilisieren wollen. Da haben wir einiges nachzuholen. Wir werden das nächste Woche im Koalitionsausschuss besprechen, weil hier noch eine ganze Reihe von Arbeitsmarktgesetzgebung folgen muss.

Aber die Krankenversicherungsstrukturreform ist beschlossen, was den ersten Teil angeht, und in Kraft. Eine Pflegereform wurde heute Morgen im Bundeskabinett beschlossen und auf den parlamentarischen Weg gebracht, ebenso eine Kapitaldeckung in der gesetzlichen Rentenversicherung, vorgeschlagen durch die Kommission; ein wichtiger Schritt für unser Land. Meine Damen und Herren, das hätten wir schon vor 30 Jahren so machen müssen, wie viele andere Länder auf der Welt es längst gemacht haben, dass ein wesentlicher Teil der Altersversorgung für die Breite der Bevölkerung kapitalgedeckt ist. Wir machen es jetzt, und die geniale Idee der Kommission war, das nicht in der zweiten oder dritten Säule zu machen, sondern in der ersten, sodass automatisch alle sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland eine zusätzliche kapitalgedeckte Altersversorgung haben.

Ein kurzer Blick noch auf die Europäische Union: Wir werden in der übernächsten Woche im Europäischen Rat erneut über die Kapitalmarktunion oder, wie es jetzt heißt, über die Spar- und Investitionsunion sprechen. Hierbei geht es nicht in erster Linie um die Frage der Anpassung der Haftungsregime, sondern es geht um die Öffnung der Kapitalmärkte auch zum Beispiel für die Börsengänge, die wir in Europa gerne hätten, die wir zurzeit noch in viel zu großer Zahl in den USA sehen. Wir wollen die in Europa haben. Das setzt aber voraus, dass wir einen breiteren und tieferen Kapitalmarkt in der gesamten Europäischen Union haben.

Nun, das sind alles nur Ausschnitte. Sie sollen an meiner Entschlossenheit nicht zweifeln, dies alles jetzt auch weiter Schritt für Schritt umzusetzen. Wenn das alles einigermaßen gut gelingt – es gibt ja durchaus Zweifel an der Bereitschaft der Bundesregierung, ob wir das wirklich wollen –, wenn es einigermaßen gut gelingt, diese Dinge dann auch tatsächlich ins Gesetz zu bringen, dann sind wir in Deutschland einen großen Schritt nach vorn gekommen. Wir kommen nur so wirklich weiter. Nur so werden wir auch tragfähiges Wachstum in der längeren Perspektive haben. Wir haben in diesem Jahr ein Wachstum von 1,3 Prozent. Die Wirtschaftsforschungsinstitute haben das nach oben korrigiert. Dafür sind wir dankbar. Das ist das Ergebnis auch von politischen Entscheidungen. Aber ich gebe zu: Es ist auch das Ergebnis der Entscheidung, mit sehr viel Schulden zu investieren. Das ist noch kein selbsttragender Aufschwung für die nächsten Jahre. Die Prognosen für das Jahr 2027 gehen wieder leicht nach unten. Das müssen wir korrigieren, indem wir substanzielle Entscheidungen treffen, Reformen in diesem Land auf den Weg bringen, damit das auch wirklich tragfähig und dauerhaft bleibt.

In diesem Sinne, meine Damen und Herren, noch einmal vielen Dank! Der Geist dieses Abends ist klar: Wir arbeiten mit voller Kraft am Standort Deutschland, Projekt für Projekt, Entscheidung für Entscheidung, und dass es sich bei dem, was ich hier gerade sage, nicht um Motivations-Voodoo handelt, zeigen die eben genannten Zahlen.

Vielleicht füge ich noch eine Bemerkung hinzu, weil ich auch Verena Pausder hier sehe: Wir sehen Rekordzahlen bei der Gründung von Start-ups. Das Jahr 2025 war schon ein Rekordjahr. Das Jahr 2026 hat den Rekord des Jahres 2025 schon im Sommer eingeholt. Wir haben zehn Unicorns in diesem Jahr in Deutschland hinzugewonnen. Jetzt sind es 39. In den ersten neun Monaten des Jahres haben Start-ups acht Milliarden Euro an Wagniskapital eingeworben. Im gesamten letzten Jahr waren es 7,5 Milliarden Euro. Sie sehen also: Dieses Momentum verdanken wir, und ich will es wirklich noch einmal sagen, ganz wesentlich Ihnen hier im Saal, Ihrem Engagement für den Standort Deutschland. Lassen Sie uns dieses Momentum nutzen!

Auch deshalb organisieren wir ja mit der tatkräftigen Unterstützung von Martin Blessing die Investorenkonferenz „Invest in Germany“ in der übernächsten Woche. Herzlichen Dank unserer Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und diesem, meinem Investitionsbeauftragten Martin Blessing, auch für die Vorbereitung dieser Konferenz in zwei Wochen. Ich freue mich, dass viele von Ihnen auch daran teilnehmen werden. Als Mitglieder dieser Initiative „Made for Germany“, meine Damen und Herren, sind Sie wichtige Multiplikatoren, auch auf dem internationalen Parkett.

In diesem Sinne noch einmal sehr, sehr herzlichen Dank. Ich freue mich auf unseren weiteren Austausch und vor allem auf ein weiteres Jahr „Made for Germany“. Herzlichen Dank!