„Die Freundschaft zwischen Deutschland und Israel ist kostbar”

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Pressekonferenz von Bundeskanzler Merz und Ministerpräsident Netanjahu zum Antrittsbesuch in Israel  „Die Freundschaft zwischen Deutschland und Israel ist kostbar”

Bundeskanzler Merz hat bei seinem Besuch in Israel die unverbrüchliche Freundschaft zwischen Israel und Deutschland bekräftigt und die historische Verantwortung hervorgehoben. In Gesprächen ging es um den Friedensplan für Gaza sowie die Lage der Zivilbevölkerung.

  • Mitschrift Pressekonferenz
  • Sonntag, 7. Dezember 2025
Bundeskanzler Merz und Israels Ministerpräsident Netanjahu

Beim Antrittsbesuch in Israel sprachen Bundeskanzler Merz und Benjamin Netanjahu unter anderem über die Umsetzung des Friedensplans für Gaza.

Foto: Bundesregierung / Tobias Koch

Bundeskanzler Friedrich Merz betonte bei seinem Besuch in Israel die besondere Bedeutung der deutsch-israelischen Beziehungen. Deutschland stehe dauerhaft für die Existenz und Sicherheit Israels ein. „Das gehört zum unveränderlichen Wesenskern unserer Beziehungen”, so Merz

In Yad Vashem erinnerte der Bundeskanzler an die sechs Millionen ermordeten Jüdinnen und Juden und unterstrich Deutschlands Verantwortung, die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus wachzuhalten. Zudem verwies er auf die klare deutsche Solidarität mit Israel nach den Terroranschlägen der Hamas vom 7. Oktober 2023.

Gleichzeitig sprach der Kanzler das Leid der Zivilbevölkerung in Gaza an und erläuterte die zeitweilige Aussetzung bestimmter Rüstungsexporte, die in Gaza zum Einsatz kommen können. Dank des Waffenstillstands, der unter der Vermittlung von US-Präsident Trump in Gaza in Kraft getreten ist, sei ein dauerhafter Frieden nun möglich.

Vor 60 Jahren, am 12. Mai 1965, nahmen Israel und die Bundesrepublik Deutschland diplomatische Beziehungen auf. Die tiefe Freundschaft, die beide Staaten heute verbindet, ist für Deutschland im Wissen um die Vergangenheit ein großes Geschenk. Seitdem reichen die deutsch-israelischen Verbindungen weit über diplomatische und politische Kanäle hinaus. Inzwischen ist ein reger Austausch auch auf zivilgesellschaftlicher Ebene entstanden, der die Beziehungen der beiden Staaten weiter vertieft und bis heute anhält.

Das Wichtigste in Kürze: 

  • Umsetzung Friedensplan: Es müsse gelingen, die zweite Phase zu verwirklichen. Merz stellte klar: „Deutschland hilft.” Deutschland werde zum Wiederaufbau beitragen und humanitäre Unterstützung für die Menschen in Gaza leisten. „Vor allem werden wir uns weiter diplomatisch engagieren, damit der Frieden kommt”, so der Bundeskanzler.
  • Zwei-Staaten-Lösung: Der Bundeskanzler betonte erneut, eine Zwei-Staaten-Lösung werde sich nur durch Verhandlungen verwirklichen lassen. Annexionsschritte im Westjordanland dürfe es nicht geben. Die Gründung eines palästinensischen Staats an der Seite Israels eröffne die beste Aussicht auf eine Zukunft, in der Israelis, Palästinenser und arabische Nachbarn dauerhaft in Frieden und Sicherheit leben können.
  • Kampf gegen Antisemitismus: Mit Blick auf die aktuelle Debatte in Deutschland sagte der Bundeskanzler: „Kritik an der Politik der israelischen Regierung darf nicht als Vorwand für Antisemitismus missbraucht werden, schon gar nicht in Deutschland.” Wer dem Staat Israel das Existenzrecht verweigere, widerspreche fundamental der politischen Identität Deutschlands, so Merz. Die Bundesregierung werde sich dem immer mit aller Kraft entgegenstellen.

Sehen Sie hier eine Fotoreihe der Reise:

Lesen Sie hier die Mitschrift der Pressekonferenz:

Bundeskanzler Friedrich Merz:

(Die Protokollierung des fremdsprachlichen Teils erfolgte anhand der Simultandolmetschung.)

Vielen Dank! Meine Damen und Herren, zunächst möchte ich dem Premierminister von Israel, Benjamin Netanjahu, sehr herzlich für die Gastfreundschaft und für das sehr ausführliche und sehr lange Gespräch danksagen. Dies ist nicht mein erster Besuch hier im Haus, aber es ist mein erster Besuch als Bundeskanzler und insofern ein besonderer Antrittsbesuch.

Ich komme als ein Freund des Landes, als ein Freund Israels, der weiß, dass die Freundschaft zwischen Deutschland und Israel unendlich wertvoll und kostbar ist. Sie wird auch niemals selbstverständlich sein, und wir werden immer auch an die Vergangenheit denken, wenn wir uns in der Gegenwart treffen und miteinander über die Zukunft sprechen.

Mein Besuch fällt in eine schwere Zeit für das israelische Volk und auch in vielschichtige Zeiten für die Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern. Deshalb komme ich später, als ich eigentlich gewünscht habe, und deshalb will ich einige ganz grundsätzliche Worte zu unseren Beziehungen sagen.

Ich habe den Tag mit Bedacht in Yad Vashem begonnen. Ich habe dort der sechs Millionen Männer, Frauen und Kinder aus ganz Europa gedacht, die von Deutschen ermordet wurden, weil sie Juden waren. Das Trauma der Shoa ist ein unauslöschlicher Teil der israelischen Identität. Auch für die Identität meines Landes bleibt sie prägend, und sie muss auch prägend bleiben. Wir werden die Erinnerung an dieses monströse Verbrechen, das Deutsche am jüdischen Volk begangen haben, immer lebendig halten. In Yad Vashem, an diesem Ort, ist mit Händen zu greifen, welche bleibende historische Verantwortung Deutschland trägt. Deutschland wird deshalb immer für die Existenz und die Sicherheit Israels einstehen. Das gehört zum unveränderlichen Wesenskern unserer Beziehungen. Das gilt für heute, das gilt für morgen, und das gilt für immer.

Nun, nach den schrecklichen Terroranschlägen der Hamas am 7. Oktober 2023, hat sich Deutschland erneut und klar fest an die Seite Israels gestellt. Wir haben mit dem israelischen Volk um die Toten getrauert. Wir haben mit Ihnen um die Geiseln gebangt und gerungen, unter denen auch zahlreiche deutsche Staatsangehörige waren. Israel hat das Recht und geradezu die Pflicht, seine Bürger und seine Existenz gegen diejenigen zu verteidigen, die dem demokratischen jüdischen Staat das Existenzrecht immer wieder absprechen. Kein Staat kann es hinnehmen, dass seine Bürger wie etwa in den Kibbuzim um Gaza von islamistischen Terroristen ermordet, entführt und gefoltert werden. Deshalb haben wir Ihnen beigestanden, auch als sich im Verlauf des Gazakrieges viele abgewandt haben.

Im Verlauf dieses langen Krieges hat uns aber das Vorgehen der israelischen Regierung auch in ein gewisses Dilemma geführt. Deutschland muss für Israels Sicherheit einstehen, und Deutschland muss für Menschenwürde und Recht einstehen, die den Kern unserer Verfassung, gerade nach Shoa und Weltkrieg, ausmachen. Als Land im Krieg, als demokratischer Rechtsstaat, musste sich Israel in seinem militärischen Vorgehen eben auch am Völkerrecht messen lassen. Dabei dürfen wir zugleich nie vergessen, von wem die Aggression ausging: von der militanten Hamas, die sich eben nicht um Menschenleben und Völkerrecht schert. Angesichts des schweren Leids, das die Zivilbevölkerung Gazas erfahren hat, mussten wir hier auch Zeichen setzen.

Inzwischen haben wir dank der Vermittlung von Präsident Trump einen Waffenstillstand in Gaza. Es gibt immer wieder Rückschläge, aber der Krieg, der zwei Jahre lang gewütet hat, ist zu Ende, und ein Frieden, ein dauerhafter Frieden, ist möglich. Die Heimkehr der letzten überlebenden Geiseln, unter ihnen deutsche Staatsangehörige, hat uns berührt und auch beglückt.

Jetzt muss es gelingen – darüber haben wir beide gesprochen –, die zweite Phase des Friedensplans zu verwirklichen. Deutschland hilft. Wir haben Offiziere und Diplomaten in das zivil-militärische Zentrum in Kirjat Gat entsandt. Wir leisten humanitäre Unterstützung für die Menschen in Gaza, die weiter unter sehr prekären Umständen leben. Wir werden zum Wiederaufbau beitragen. Vor allem werden wir uns weiter diplomatisch engagieren, damit der Frieden kommt. Dabei steht fest, dass es in Gaza keine Rolle für die Hamas geben kann. Von Gaza darf eben keine Gefahr für Israel mehr ausgehen. Wir dürfen jetzt nicht zu kurz springen und denken. Nach den Traumata des Krieges, die Israelis wie Palästinenser durchlitten haben, müssen wir das Fundament einer neuen Ordnung hier in der Region legen, einer neuen Ordnung, in der Israelis, Palästinenser und arabische Nachbarn dauerhaft in Frieden, Freiheit, Sicherheit und Würde leben können. Wir arbeiten mit an dem Ziel eines neuen Nahen Ostens, in dem auch der Staat Israel als Teil seiner selbst anerkannt und auch angenommen wird.

Unsere Überzeugung lautet: Die perspektivische Gründung eines palästinensischen Staates an der Seite Israels eröffnet vermutlich die beste Aussicht auf eben diese Zukunft. Eine Zweistaatenlösung wird sich nur durch Verhandlungen verwirklichen lassen, und sie wird am Ende dieser Verhandlungen stehen. Aber diese Verhandlungen sind eben jetzt notwendig. Die deutsche Bundesregierung bleibt bei ihrer Auffassung, dass die Anerkennung eines palästinensischen Staates am Ende und nicht am Anfang eines solchen Prozesses stehen kann.

Die Bundesregierung leistet deshalb der palästinensischen Autonomiebehörde Hilfen. Man kann diese Behörde in vielem zu Recht kritisieren. Ich tue das auch. Ich habe darüber auch gestern Morgen mit Präsident Abbas gesprochen. Aber gerade jetzt, da es Reformansätze gibt, sollten wir unterstützen.

Zur Wahrheit gehört auch, meine Damen und Herren, dass es aus unserer Sicht keine Annexionsschritte im Westjordanland geben kann, keine formellen, keine politischen, baulichen oder sonstigen Maßnahmen, die in ihrer Wirkung auf eine Annexion hinauslaufen.

Nun lassen Sie mich abschließend noch ein Wort zur deutschen Debatte über Israel hinzufügen, die in den letzten Monaten geführt worden ist. Kritik an der israelischen Regierung ist möglich und manchmal vielleicht sogar notwendig. Das ist zwischen freien Gesellschaften und offenen Demokratien so; das halten die Beziehungen zwischen Deutschland und Israel auch aus. Aber Kritik an der Politik der israelischen Regierung darf nicht als Vorwand für Antisemitismus missbraucht werden, schon gar nicht in Deutschland. Auch das zählt zu unserer geschichtlichen Verantwortung.

Ich wünsche dem israelischen Volk, dass nun nach schweren Jahren von Terror und Krieg eine bessere Zeit beginnt. Ich wünsche Ihnen, Herr Ministerpräsident, dir, lieber Bibi, dass die Entscheidungen getroffen werden, die zu Frieden und guter Nachbarschaft in der Region beitragen. Deutschland wird dabei, wie ich gesagt habe, in tiefer Freundschaft an der Seite dieses Landes stehen und ich persönlich auch.

Herzlichen Dank noch einmal für die großartige Gastfreundschaft und für das gute Gespräch, das wir miteinander hatten!

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu:

Herzlichen Dank, Herr Bundeskanzler, Friedrich. Ich freue mich, Sie und Ihre Delegation hier in Jerusalem begrüßen zu dürfen, nicht zum ersten Mal, aber, wie Sie es gesagt haben, das erste Mal als Bundeskanzler. Wir hatten oft die Gelegenheit zu telefonieren, und ich muss Ihnen sagen, dass ich mit vielen Regierungschefs spreche. Wenn ich mit Friedrich Merz spreche, ist es eine ehrliche, eine offene Unterhaltung, selbst wenn wir unterschiedlicher Meinung sind. Aber das sind offene Konversationen und Diskussionen unter Freunden. Wir sind Menschen, die einander respektieren. Ich muss sagen: Ich habe nicht nur unsere Unterschiede bemerkt. Sie haben Statements dazu gegeben, was Israel macht. Sie haben es während des Zwölftagekriegs mit Israel gemacht; Sie haben es auch jetzt betont. Ich denke, diese Statements sind sehr wichtig, denn sie spiegeln Ihr Engagement wider, das auch zum Ausdruck bringt, wie verknüpft unsere Beziehung ist.

Wir haben auf deutschem Boden die schrecklichste Tragödie erlebt, begangen durch Deutsche. Die Generationen nach dem Holocaust haben verstanden, dass es eine moralische Verpflichtung und Verantwortung gibt, dem jüdischen Staat zu helfen, sich von diesem Horror zu erholen. Deutschland war und bleibt engagiert und verpflichtet für die israelische Sicherheit.

Was ist seit Gründung des jüdischen Staates passiert? Wir waren in der Lage, unsere Feinde zu bekämpfen, und wir haben Kapazitäten entwickelt, die es uns ermöglichen, jetzt etwas zurückzugeben. Nicht nur arbeitet Deutschland für die Verteidigung Israels, sondern Israel, der jüdische Staat, arbeitet 80 Jahre nach dem Holocaust auch für die Verteidigung Deutschlands. Das ist doch eine Veränderung, die zu Zeiten großer internationaler Turbulenzen stattfindet.

Wir haben darüber gesprochen, wie wir diese Verteidigungszusammenarbeit in einer sich verändernden Welt fortführen können. Aber es geht nicht nur um die Zusammenarbeit in militärischen Angelegenheiten. Wir haben auch über Zusammenarbeit im Bereich der Technologie gesprochen. Israel und Deutschland zählen zu den fortgeschrittensten Nationen. Wir haben begabte Menschen in den Bereichen der Hochtechnologie, Hightech, Künstliche Intelligenz, Quantenphysik. Alle diese Dinge können das Gesicht dieser Erde und auch die Zukunft der Menschheit verändern. Wenn wir zusammenarbeiten, gibt es nicht mehr viel über uns. Wenn wir zusammenarbeiten, können wir nicht nur die Bürgerinnen und Bürger in Israel und Deutschland voranbringen, sondern wir können auch Gutes für die Welt und unsere unmittelbare Nachbarschaft schaffen. Wir sind bereit, die Zukunft zusammen zu nutzen. Das wird den Frieden befördern. Wir stehen an einem Punkt, an dem wir die Chancen und die Möglichkeiten erkennen. Die Iranachse hat uns negativ beeinträchtigt, und von ihr ist viel Terror und Fanatismus ausgegangen. Wir haben Iran auf den Rücksitz verwiesen. Wir haben jetzt die Gelegenheit voranzugehen.

Wir haben auch über Präsident Trump gesprochen, und wir haben darüber gesprochen, wie wir die Regentschaft der Hamas beenden können. Denn das ist auch ein integraler Bestandteil dessen, wie wir dafür sorgen können, eine andere Zukunft zu schaffen. Wir haben die erste Phase beendet. Phase eins haben wir fast geschafft. Es gibt eine verstorbene Geisel, die noch zurückkehren soll, muss. Dann hoffen wir, in die zweite Phase einzusteigen, die, ich würde nicht „schwieriger“ sagen, aber gleichermaßen schwierig ist. Niemand glaubte, dass wir es erreichen würden, aber wir haben es mit unserem militärischen Vorgehen und den diplomatischen Bemühungen seitens Präsident Trump geschafft, die Geiseln frei zu bekommen.

Jetzt stehen wir vor der zweiten Phase, und auch sie ist herausfordernd. Wir möchten die Hamas entwaffnen. Wie ich dem Kanzler gesagt habe, wird die dritte Phase sein, Gaza zu entradikalisieren. Das ist in Deutschland und in Japan geschafft worden; das kann auch in Gaza geschafft werden. Aber die Hamas muss entwaffnet werden. Das sind die Herausforderungen. Aber vor denen scheuen wir nicht zurück. Wir haben große Möglichkeiten. Die Menschen Israels, die Soldaten Israels, haben gezeigt, dass sie sehr mutig und widerstandsfähig sind. Wir haben in einem Krieg gegen den Iran gekämpft, der offen zugegeben hat, uns auslöschen zu wollen. Es war ein offener, erklärter Versuch, den israelischen Staat auszulöschen. Stellen Sie sich vor, wenn es das für Deutschland gäbe, einen offen erklärten Versuch, Frankreich oder Österreich oder ein anderes Land auszulöschen. Israel hat einen gerechten Krieg mit gerechten Mitteln gekämpft.

Wir werden in den letzten Jahren als Dämonen dargestellt. Im Mittelalter in Deutschland und im mittelalterlichen Europa hat man uns vorgeworfen, christliche Kinder zu schlachten, die Brunnen zu vergiften. Man hat uns beschuldigt. Das war immer der tatsächlichen Auslöschung vorgelagert. Jüdische Menschen wurden vertrieben, erlitten Pogrome und Massaker und in weiten Landesteilen von Spanien bis in die Ukraine enorme Angriffe und Dämonisierung. Das kulminierte in dem größten Massaker, dem Holocaust. Manche dachten, dass der Antisemitismus ausgelöscht sei. Er ist nicht vorbei. Angriffe, die die Vernichtung von Juden vorbereiten, wurden von den jüdischen Menschen auf den jüdischen Staat transferiert.

Jetzt sehen wir einen Wiederaufschwung von Antisemitismus in allen Hauptstädten. Die Menschen tragen die Flagge der Hamas, der Menschen, die Frauen geköpft und vergewaltigt haben, die Frauen und Kinder, Babys, bei lebendigem Leib verbrannt haben – Babys, Holocaustüberlebende! Das ist unglaublich. Menschen demonstrieren für die Hamas und beschuldigen uns der Kriegsverbrechen. Wir haben die Menschen in städtischen Gebieten gebeten, die Städte zu verlassen, bevor wir die Hamas bekämpfen. Aber Sie sehen, welche Auswirkungen das auf die Öffentlichkeit in Deutschland, in Europa, aber auch in Amerika hat.

Ich sage Ihnen – das habe ich dem Kanzler auch gesagt –, dass es einen großen Unterschied gibt: Wir sind vielleicht nicht in der Lage, das zu kontrollieren. Aber wir werden den Kurs der Geschichte verändern. Die, die uns dämonisieren, werden uns nicht mehr auslöschen können. Denn wir kämpfen dagegen an. Iran hat versucht, uns zu bekämpfen, aber wir schlagen zurück. Das ist der große Unterschied. Diese Wahrheit wird durchsickern, und ich danke dem Kanzler, dass er zu verschiedenen Gelegenheiten die Wahrheit gesagt hat.

Wir müssen aber immer noch erklären, was wir bekämpfen, wie wir es tun, und dass es hier nicht nur um unsere eigene Verteidigung geht, sondern auch um die Verteidigung Deutschlands und freier Gesellschaften überall. Ich sage es auch an unsere nicht radikalen arabischen Nachbarn – zur Frage der Zweistaatenlösung sind wir unterschiedlicher Meinung –: Der Zweck eines palästinischen Staates ist es, den jüdischen Staat zu vernichten. Es gab bereits einen – das gab es ja in Gaza –, und die Menschen dort waren bereit, den israelischen Staat zu zerstören. Wir glauben, dass es einen Pfad gibt, um den Frieden und einen Arbeitsfrieden mit unseren palästinensischen Nachbarn voranzubringen. Aber wir unterstützen keinen Staat, der unser Land zerstören will.

Israel ist 50 Kilometer breit, 70 Kilometer an der breitesten Stelle, und wir werden uns natürlich um unsere Sicherheit kümmern. Wir werden darauf pochen, dass die souveräne militärische Macht vom Fluss Jordan bis zum Mittelmeer immer in israelischen Händen bleiben wird. Das bedeutet, dass Israel sein Schicksal kontrollieren und seine Sicherheit schützen wird – für uns, aber auch für andere.

Ich muss Ihnen sagen, Friedrich, dass wir am Beginn einer neuen Ära stehen. Denn ich glaube, wir werden den Frieden schaffen. Wir haben die Möglichkeiten der Technologie. Es gibt natürlich auch Risiken, insbesondere im Bereich KI. Aber die positiven Vorzüge sind in allen Bereichen enorm, in der Landwirtschaft, im Gesundheitswesen und im Transportwesen. Ich glaube, dass wir gemeinsam führend sein können. Wir können keine sekundäre Macht werden, sondern eine primäre Macht zum Wohle der Länder.

Ich freue mich auf unsere Diskussion. Ihre Frau sollte ja auch mitreisen. Bringen Sie sie nächstes Mal mit. Dann können wir über all diese Dinge sprechen.

Herzlichen Dank! Herzlich willkommen, Friedrich!