„Nie waren die Chancen für junge Frauen besser als heute“

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Auftaktveranstaltung zum Girls´Day „Nie waren die Chancen für junge Frauen besser als heute“

Bundeskanzler Scholz hat junge Frauen ermutigt, einen technischen Beruf zu ergreifen. „Wir wollen dafür werben, dass Frauen auch Ingenieurinnen werden können“, sagte Scholz bei der Auftaktveranstaltung zum Girls´Day im Kanzleramt. Dort präsentierten Berliner Schülerinnen einen besonders innovativen Technik-Parcours.

Bundeskanzler Olaf Scholz nimmt beim Auftakt zum Girls' Day an einem Stand seinen Fingerabdruck auf.

Gemeinsam mit Schülerinnen aus Berlin erkundete Kanzler Scholz den Technik-Parcours im Kanzleramt.

Foto: Bundesregierung/Steins

An der ersten Station dreht sich alles um Windenergie. Mithilfe einer Virtual Reality-Brille und eines 3D-Messgeräts inspizieren die Schülerinnen jede Ecke einer Offshore-Windanlage – und zeigen die Simulation auch dem Kanzler. Scholz ist beeindruckt – und berichtet von der großen Dimension dieser Anlagen auf hoher See.

Weiter geht es mit einem sogenannten Präventiometer: einer begehbaren Kugel, die mit zahlreichen digitalen medizinischen Geräten ausgestattet ist. Dort messen die Schülerinnen Vitaldaten wie Pulsfrequenz und Blutdruck – ihre Werte sind in Ordnung. Wie hoch der Puls vom Kanzler in dem Moment ist, kann nur spekuliert werden.

Olaf Scholz wird von den Mädchen nämlich schon zur nächsten Station geführt. Auf ihr Kommando hören heute alle – auch der Roboterarm „MAIRA“. Ferngesteuert per Knopfdruck greift er Gegenstände und setzt sie an anderer Stelle ab.

Vielfalt der Technik-Berufe

Girls´Day im Kanzleramt: 24 Mädchen aus drei Berliner Schulen stellen Olaf Scholz den Technik-Parcours der Initiative D 21 vor – und informieren sich über Berufsbilder wie Elektrotechnikingenieurin, Fachinformatikerin und Agrarberaterin.

Mit dabei ist die 16-jährige Lavinia. Sie ist „völlig aufgeregt“, weil sie den Kanzler über den Zuckergehalt einer Rübe informieren soll. Zunächst wird die Rübe digital gescannt. Dann gibt Lavinia dem Kanzler eine Virtual Reality-Brille. Dadurch kann er sehen, wie das Messergebnis farblich abgebildet wird. „Rot steht für einen hohen Zuckergehalt, blau für weniger Zucker“, erklärt Lavinia souverän. Scholz beschreibt, dass sich vor allem am Rand der Rübe alles rot eingefärbt hat. Lavinia ist erleichtert, denn genau so soll das Ergebnis aussehen.

Der „Girls´Day – Mädchenzukunftstag“   (27.04.2023) ist eines der größten Berufsorientierungsprojekte für Schülerinnen weltweit. In Deutschland können Mädchen ab Klasse 5 teilnehmen. Die Auftaktveranstaltung im Kanzleramt eröffnet seit 2003 den Girls´Day. Die Schülerinnen lernen während des Girls´Day Studiengänge und Ausbildungsberufe in IT, Handwerk, Naturwissenschaften und Technik kennen. Parallel zum Girls´Day findet seit 2011 der bundesweite Boys´Day statt. Junge Männer sollen vor allem in soziale, erzieherische oder pflegerische Berufe schnuppern.

„Mir macht der Umgang mit Technik schon ziemlich viel Spaß“, erzählt Lavinia am Rande der Veranstaltung im Kanzleramt. „Ich habe mich in meiner Schule auch für das Wahlunterrichtsfach Informatik entschieden, weil ich gerne programmiere“, so die 16-Jährige. Sie findet es sehr wichtig, dass beim Girls´Day für technische Berufe geworben wird. „Auch Frauen können zum Beispiel handwerkliches Geschick haben, nicht nur Männer“, ist Lavinia überzeugt.

Technik verstehen und weiterentwickeln

Kira, Gymnasiastin aus Berlin-Steglitz, ist derselben Meinung. „Technik ist außerdem ein so großer Zukunftsbereich für unsere Gesellschaft“, betont sie begeistert. „Ich finde es unheimlich wichtig, Technik zu verstehen und sie mit weiter auszubauen, etwas Neues zu entwickeln.“

Die 14-Jährige braucht nicht mehr von der Faszination der MINT-Berufe überzeugt zu werden, anders als andere junge Frauen. „Es ist ja schon noch so, dass immer noch mehr Männer in Technikberufen vertreten sind“, sagt Kira. „Und da sind wir bei der Chancengleichheit von Frauen noch nicht perfekt.“

Scholz: Mädchen sind bestens qualifiziert

Bei diesem Punkt spricht die 14-Jährige dem Kanzler aus der Seele. Ihm ist es ein wichtiges Anliegen, dass mehr Frauen technische Berufe ergreifen. Gerade vor dem Hintergrund der vielen Veränderungen in den nächsten Jahren, insbesondere im Bereich von Technik, Digitalisierung und Industrie. „Da ist es notwendig, dass Frauen und Männer an dieser Veränderung gemeinsam arbeiten“, so Scholz.

Nachwuchs in MINT-Ausbildungsberufen werde überall gesucht. Laut Scholz sind die Chancen für junge Frauen und Mädchen nie besser als heute gewesen. „Mädchen sind bestens qualifiziert und ausgebildet, um in vermeintliche Männerberufe vorzudringen.“

Girls´Day hat sich bewährt

Wie wichtig Aktionstage wie der Girls´Day sind, zeigt die Zahl des Frauenanteils in den MINT-Ausbildungsberufen 2021: 8,8 Prozent. Scholz spricht davon, dass diese Zahl irgendwann mal bei 50 Prozent liegen soll.

Auch wenn es bis dahin noch ein weiter Weg ist: der Girls´Day hat sich als bedeutender Türöffner für Berufsfelder, Studiengänge und Unternehmen etabliert. Im vergangenen Jahr zeigten sich 94 Prozent aller teilnehmenden jungen Frauen von dem Aktionstag begeistert. 68 Prozent gaben an, dabei einen Beruf kennengelernt zu haben, der sie interessiert hat.

Kira, Lavinia und die anderen Schülerinnen waren jedenfalls angetan vom Technik-Parcours im Kanzleramt. „Ich will später auf jeden Fall etwas Technisches machen. Physik, Chemie, das interessiert mich sehr“, meint Kira. Lavinia hat der heutige Tag auch gefallen, auch wenn ihr Traumberuf Physiotherapeutin ist. „Aber zuhause und in der Freizeit will ich auf jeden Fall mit Technik zu tun haben, das macht Spaß.“

Die Bundesregierung setzt sich mit zahlreichen Initiativen dafür ein, dass sich mehr Mädchen für eine berufliche Zukunft in technisch-naturwissenschaftlichen Bereichen entscheiden: eine Initiative des Bundesbildungsministeriums ist der MINT-Aktionsplan .  Für eine Berufswahl fernab von überholten Rollenmustern engagiert sich die Bundesinitiative „Klischeefrei“ .