Mehr Platz für mehr Beschäftigte

Mehr Platz für mehr Beschäftigte

Im Bundeskanzleramt herrscht akuter Büromangel. Damit alle Beschäftigten wieder an einem Standort arbeiten können, soll ein Erweiterungsbau entstehen – mit 400 Büros, einer neuen Hubschrauberlandeplattform und einem Post- und Logistikbereich. In Berlin wurden die Pläne nun vorgestellt.

Blick auf das geplante Ensemble mit bogenförmigem Bürogebäude, Hubschrauberlandeplattform sowie Post- und Logistikbereich.

Blick auf das geplante Ensemble mit bogenförmigem Bürogebäude, Hubschrauberlandeplattform sowie Post- und Logistikbereich.

Foto: Schultes Frank Architekten

Seit das Kanzleramtsgebäude im Jahr 2001 erstmals bezogen wurde, sind weitere Aufgaben hinzugekommen - darunter Themen wie Energiewende, Terrorismusbekämpfung, Migration, Cyberkriminalität und Digitalisierung.

Nicht nur das Aufgabenspektrum ist gewachsen, sondern auch die Zahl der Beschäftigten: von 410 auf derzeit 750. Da der ursprüngliche Bau für maximal 460 Arbeitsplätze ausgelegt war, mussten mehr als 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf andere Gebäude außerhalb des Kanzlerparks ausweichen. Ziel des Erweiterungsbaus ist es, alle Beschäftigten wieder zusammenzuführen.

Campus Kanzleramt

Dazu sollen auf einem Campus im Kanzlerpark 400 zusätzliche Büros entstehen, untergebracht in einem halbrunden Gebäude mit sechs Stockwerken. Daran werden zwei eingeschossige Bauten anschließen. Hier werden weitere Serviceeinrichtungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundeskanzleramts entstehen, wie etwa eine Kantine und ein Veranstaltungsbereich.

Um zusätzlichen Platz zu schaffen, ersetzt eine erhöhte Landeplattform die aktuelle Hubschrauberlandefläche im Park. Auf einem angrenzenden bundeseigenen Grundstück entsteht zudem ein Post- und Logistikbereich. Eine weitere Fußgängerbrücke über die Spree soll den Erweiterungsbau mit den Bestandsgebäuden verbinden.

Eine neue Fußgängerbrücke im Süden als Verbindung über die Spree.

Eine neue Fußgängerbrücke im Süden als Verbindung über die Spree.

Foto: Schultes Frank Architekten

Komplexe Planungen

Weil die Baumaßnahmen sehr komplex sind, ist eine umfangreiche Planungsphase bis 2023 vorgesehen. In diese Zeit fallen die Entwurfsplanung, die Baugenehmigung, Ausführungsplanungen für Ausschreibungen und Vergaben sowie Vertragsabschlüsse. Anschließend ist mit weiteren vier Jahren Bauzeit zu rechnen. Fertig wird der Gebäudekomplex frühestens im Jahr 2027. Der Einzug könnte dann im Jahr 2028 erfolgen. Die Kosten werden derzeit auf 460 Millionen Euro geschätzt.

Geplant und errichtet wird der Erweiterungsbau nach Entwürfen des Architekturbüros Schultes und Frank in Regie des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR). "Ein auf Bedarf hin konzipierter Bau, eng über die Spree mit dem Mutterhaus verbunden", so beschreibt Schultes den Entwurf. Das Büro Schultes Frank Architekten hat bereits das bestehende Kanzleramtsgebäude entworfen. Auch das Gesamtkonzept für das Band des Bundes stammt von ihnen: Dabei spannen sich die Gebäude von Bundestag und Bundeskanzleramt in einer Linie über die Spree und verbinden West und Ost.