Krieg siegt nicht über Solidarität und Zusammenhalt

Kanzler Scholz beim Katholikentag 2022 Krieg siegt nicht über Solidarität und Zusammenhalt

Bundeskanzler Scholz hat auf dem Katholikentag erneut seine Haltung zum Krieg in der Ukraine bekräftigt. „Frieden entsteht nicht durch gewaltsame Unterwerfung“, so Scholz, sondern „Gerechtigkeit ist Voraussetzung für Frieden.“

Bundeskanzler Scholz auf einem Podium mit Dr. Irme Stetter-Karp, Präsidentin des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken, Schriftstellerin Nora Bossong und Moderatorin Antje Maren Pieper

„Wir haben die Verantwortung“, dass alle einen Grund zur Hoffnung haben, erklärte Bundeskanzler Scholz auf dem Katholikentag in Stuttgart.

Foto: Bundesregierung/Denzel

Etwa 25.000 Menschen führt der diesjährige 102. Deutsche Katholikentag in Stuttgart zusammen. Der Krieg in der Ukraine ist eines der bestimmenden Themen. Bundeskanzler Scholz machte auf einer Podiumsveranstaltung deutlich, dass „Putin mit seinem zynischen, menschenverachtenden Krieg nicht durchkommen“ dürfe. Deshalb sei es wichtig, Hilfe zu leisten, Russland mit harten Sanktionen zu belegen – und es sei auch richtig, Waffen zu liefern. Denn „der Krieg richtet sich nicht allein gegen die Ukraine, sondern gegen Werte und Überzeugungen, die uns als Gesellschaft verbinden, die ausmachen, wer wir sind: Demokratie, Freiheit, Gerechtigkeit, Menschenwürde“, betonte der Bundeskanzler.

Solidarität mit den Schwächeren

Gemeinsam mit der Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) Irme Stetter-Karp und der Schriftstellerin Nora Bossong diskutierte der Bundeskanzler unter dem Titel der Veranstaltung „Zeitenwende und Zusammenhalt – Gesellschaft und Politik in unsicheren Zeiten“ über gesellschaftliche Zukunftsfragen. Scholz ging in der Diskussion ausführlich auf die soziale Dimension der jetzigen Veränderungen ein. Es sei unbedingt notwendig, die Sorgen der Menschen ernst zu nehmen, die nicht sicher seien, ob sie auch in Zukunft „all ihre Rechnungen“ bezahlen könnten. Den Kirchen und Ehrenamtlichen in den Gemeinden dankte Scholz für ihr helfendes Engagement, mit dem sie Schwächere und Bedürftige unterstützen.

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Video – Der Bundeskanzler auf dem Deutschen Katholikentag Scholz: Grenzen dürfen nicht mit Gewalt verschoben werden

Den Gesprächsfaden nicht abreißen lassen

Im Anschluss besuchte der Bundeskanzler die Kirchenmeile des Katholikentages. An etwa 300 Ständen kann man dort der Vielfalt des kirchlichen Lebens und Arbeitens begegnen. Vertreten sind Verbände, diözesane Laiengremien, geistliche Gemeinschaften, Orden sowie kirchliche Institutionen und Initiativen, die auf dem Katholikentag ihr Engagement vorstellen möchten.

Es ist das erste Mal nach dem Beginn der Corona-Pandemie, dass das ZdK wieder einen Katholikentag ausrichtet. Der Katholikentag will gerade angesichts des Kriegs in der Ukraine eine Plattform bieten, um sich mit politischen und gesellschaftlichen Fragen zu befassen. Zentrales Thema ist außerdem die Krisenaufarbeitung innerhalb der römisch-katholischen Kirche. Das Programm umfasst rund 1.500 Veranstaltungen, dazu gehören unter anderem Gottesdienste, Diskussionsforen sowie Kinder- und Kulturevents.

Der 102. Deutsche Katholikentag findet vom 25. bis 29. Mai 2022 in Stuttgart statt. Er steht unter dem Leitspruch „Leben teilen“. Gastgeber ist die jeweilige Diözese des Austragungsortes. In 2021 hatte in Frankfurt – weitgehend unter Verzicht auf Präsenzformate – der Ökumenische Kirchentag stattgefunden.