„Für Antiziganismus ist in unserer Gesellschaft kein Platz“

Internationaler Tag der Roma „Für Antiziganismus ist in unserer Gesellschaft kein Platz“

Bundeskanzler Scholz gratuliert dem Zentralrat Deutscher Sinti und Roma zu seinem 40. Gründungsjubiläum. In seinem Grußwort betont er die hohe Bedeutung der gesellschaftlichen Teilhabe von Sinti und Roma in Deutschland. Gleichzeitig macht er deutlich: „Die Bundesregierung geht entschlossen gegen jede Form von Rassismus und Antiziganismus vor.“

Scholz

Foto: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Seit dem Jahr 1971 ist der 8. April Internationaler Roma-Tag. Etwas mehr als zehn Jahre später gründete sich der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma. Bundeskanzler Olaf Scholz gratuliert dem Verband zu seinem 40-jährigen Jubiläum und lobt dessen Arbeit: „Sie haben für Sichtbarkeit gesorgt. Sie haben gezeigt, wie die Kultur der Sinti und Roma unser Land jahrhundertelang mitgeprägt hat und auch heute bereichert.“

Zentralrat als Gesicht und Stimme der Sinti und Roma

In Deutschland gründeten Sinti und Roma im Jahr 1982 einen Zentralrat, um ihre Interessen national und international besser vertreten zu können und gemeinsam für ihre Bürgerrechte einzustehen. Vorsitzender des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma ist seit seiner Gründung Romani Oscar Rose. Vor 40 Jahren wurde erstmals der Völkermord an den Sinti und Roma während der NS-Diktatur, der in Deutschland lange Zeit verdrängt worden war, als solcher anerkannt. Seit dem Jahr 2012 erinnert in Berlin das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas an die mehr als 500.000 Opfer dieser Vernichtungspolitik.

Kampf gegen Diskriminierung

„Sinti und Roma erleben auch heute noch alltägliche Diskriminierung und Rassimus“, so Kanzler Scholz. Aber: „Die Bundesregierung geht entschlossen gegen jede Form von Rassimus und Antiziganismus vor.“ Mit der nationalen Strategie „Antiziganismus bekämpfen, Teilhabe sichern!“ baut die Bundesregierung die bisherigen Bestrebungen zur Integration zugewanderter Sinti und Roma in Deutschland weiter aus. Wichtige Ziele sind ein gleichberechtigter Zugang zu Bildung, Beschäftigung, Gesundheit und Wohnen sowie die effektive Bekämpfung von Antiziganismus.

Darüber hinaus hat das Bundeskabinett Anfang März dieses Jahres den Rechtsanwalt Mehmet Daimagüler als ersten Antiziganismus-Beauftragten Deutschlands ernannt. Der Beauftragte ist im Bundesfamilienministerium angesiedelt und wird die Maßnahmen der Bundesregierung gegen Antiziganismus koordinieren. Das neue Amt setzt ein deutliches Zeichen gegen Diskriminierung, Anfeindung und Ausgrenzung der Sinti und Sintize sowie Roma und Romnja. Denn: „Für Antiziganismus ist in unserer freien, demokratischen Gesellschaft kein Platz“, so Bundeskanzler Olaf Scholz in seinem Grußwort.