Mädchen für MINT begeistern

Auftaktveranstaltung Girls' Day Mädchen für MINT begeistern

Bei mehr Frauen das Interesse für technische und naturwissenschaftliche Berufe wecken: Das ist das Ziel des bundesweiten Girls' Day. Bei der diesjährigen Auftaktveranstaltung erlebten Berliner Schülerinnen in einem Technik-Parcours allerhand MINT-Abenteuer, die sie dem Bundeskanzler anschließend präsentierten.

„Es gibt sehr gute IT-Spezialistinnen, zupackende Handwerkerinnen und weltberühmte Chemikerinnen und Ingenieurinnen, aber es gibt sie noch zu wenig – und das, obwohl Mädchen seit Jahren bessere Schul- und Studienabschlüsse machen als Jungs“, so Bundeskanzler Olaf Scholz in seiner Rede zum Girls´ Day. Er hob außerdem hervor, wie wichtig der bundesweite Aktionstag sei.

Seit 2001 trägt der Girls’ Day - das größte Projekt zur Berufsorientierung von Schülerinnen weltweit – dazu bei, dass Interesse bei Mädchen für einen MINT-Beruf zu wecken. Der in diesem Jahr am 28. April stattfindende Girls' Day wird in Zusammenarbeit mit der Initiative D21 seit 2001 organisiert. Zeitgleich findet bundesweit der Boys' Day statt. Dort können Jungen Berufe kennenlernen, in denen Männer unterrepräsentiert sind.

MINT erlebbar machen

Ob Programmieren, Bauen oder Erkunden: Schülerinnen aus Berlin konnten in einem Technik-Parcours verschiedene MINT-Exponate entdecken und ihre Fähigkeiten testen. Einige Unternehmen haben im Rahmen der Veranstaltung insgesamt sechs unterschiedliche Exponate ausgestellt, darunter beispielsweise einen sprachgesteuerten Schokoladen-3D-Drucker, eine 5G-Sender-Empfänger-Station oder ein Fabrikroboter.

Fabienne (14), Lina (15) und Fee (14) haben sich mit dem sprachgesteuerten Schokoladen-3D-Drucker beschäftigt. Hier war die Herausforderung, den Fehler in der Programmierung des Chatroboters ausfindig zu machen, der den Befehl an den Drucker abgibt.

„Wir sind eigentlich relativ schnell auf den Fehler gekommen“, so Lina. Laut der Schülerinnen hatte der Chatroboter zuvor die Fragen durcheinandergebracht. Nach der Behebung des Fehlers konnten anschließend die Mädchen mit den Chatroboter richtig kommunizieren. „Er sammelt unsere persönlichen Daten und druckte diese dann als Schokolade, als ein Gesicht, ein Avatar“, freute sich Fabienne.

Stolz präsentierten die drei Schülerinnen im Anschluss dem Bundeskanzler die fertigen Schokoladentafeln und erklärten ihm den sprachgesteuerten 3D-Drucker. „Sehr gut, dann habt ihr das ja schnell gelöst“, sagte Kanzler Scholz zu den Mädchen.

Girls’ Day-Preis

Dieses Jahr gab es außerdem einen Girls’ Day-Preis zu gewinnen. Zu Beginn der Veranstaltung erhielten die Berliner Schülerinnen dazu ein Schätzfrage: Wie hoch ist der Anteil an Frauen, die als Astronauten im All waren?

Mit 11,86 Prozent lag die vierzehnjährige Mathilda am nächsten an der richtigen Antwort von 11,99 Prozent. „Herzlichen Glückwunsch!“, sagte der Kanzler. Er überreichte ihr persönlich den Preis: Ein Besuch für die Gewinnerin imVerstehbahnhof in Fürstenberg. Dabei handelt es sich um einen Tagesworkshop, bei dem Mathilda und 24 weitere Schülerinnen noch mehr praktische Einblicke in MINT erhalten werden.

Auch wenn Mathilda den bisherigen Anteil an Frauen im Weltall gut einschätzen konnte: Astronautin möchte sie nicht werden. „Ich finde es ein bisschen gefährlich“, so die Vierzehnjährige. Sie will aber natürlich trotzdem zukünftig etwas mit MINT machen.

Aktionstag öffnet Türen

Seit über 20 Jahren gibt es nun den Girls’ Day. Wie wichtig dieser Aktionstag ist, hob Olaf Scholz auch in seiner Rede hervor. „Mädchen und junge Frauen haben heute deutlich mehr Interesse an naturwissenschaftlichen und technischen Berufen – gerade auch wenn sie am Girls’ Day teilgenommen haben. Mehr als jede vierte Studienanfängerin in Informatik ist heute eine Frau, vor einigen Jahren war es noch viel weniger “, betonte der Bundeskanzler.

Beim Girls’ Day teilzunehmen lohne sich auch für Unternehmen und Institutionen. Laut Scholz bekamen viele Unternehmen, die mehrfach am Girls’ Day teilgenommen haben, danach Bewerbungen von ehemaligen Teilnehmerinnen.

Zum Schluss sagte der Bundeskanzler noch zu den jungen Frauen: „Lasst Euch von niemandem sagen, dass Ihr etwas nicht könnt oder dass etwas nicht geht! Ihr habt alle Möglichkeiten. Geht Euren Weg und wählt einen Beruf, der Euch Spaß macht!“

Die Bundesregierung setzt sich mit zahlreichen Initiativen dafür ein, dass sich mehr Mädchen für eine berufliche Zukunft in technisch-naturwissenschaftlichen Bereichen entscheiden: So verfolgt der MINT-Pakt des Bundesbildungsministeriums u.a. das Ziel, die Zahl der MINT-Studentinnen und Absolventinnen zu erhöhen. Für eine Berufswahl abseits von überholten Rollenmustern engagiert sich die Bundesinitiative „Klischeefrei“.

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