Pressestatement von Bundeskanzler Scholz bei seinem Besuch der Gedenkstätte Parque de la Memoria in Argentinien am 29. Januar 2023

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BK Scholz: Das ist hier ein sehr berührendes Monument, eine sehr bewegende Stätte der Erinnerung an die unzähligen Opfer von Gewalt, Staatsterror und Diktatur hier in Argentinien - an einem Ort, wo man auf das Meer blickt, der einen auch gleich darauf hinweist, dass hier auch Menschen ermordet worden sind, indem sie aus Hubschraubern herausgestürzt worden sind, um so getötet zu werden.

Dass Diktatur menschliches Leid, Unterdrückung und Tod mit sich bringt, ist das, was hier sehr sichtbar wird, so wie wir das überall in der Welt gegenwärtig wahrnehmen. Ich musste bei der Erinnerung an die vielen Opfer der Diktatur hier unmittelbar an die jungen Leute denken, die jetzt im Iran getötet werden, wenn sie sich für ihre Freiheit und für ein besseres Leben einsetzen. Wenn man sieht, dass ganz junge Kinder, junge Leute in ganz großer Zahl dabei waren, die hier gestorben sind, dann ist das etwas, das einen niemals loslässt.

Insofern bin ich sehr dankbar für die Arbeit all derjenigen, die sich für die Demokratie eingesetzt haben, sodass das Land jetzt auf 40 Jahre Demokratiegeschichte zurückblicken kann, und die auch die Erinnerung gepflegt haben und eingefordert haben. Wir werden gerne dabei helfen, dass das auch in der Zukunft weiter so geschehen kann. Denn das ist ja auch die Wahrheit: Unverändert werden jetzt, so lange Zeit nach dieser schrecklichen Diktatur, nachdem so viele ermordet wurden, wieder Namen entdeckt, Menschen identifiziert und festgestellt, die nachträglich hier an der Erinnerungsstätte sichtbar gemacht werden.

Für uns ist das eine Mahnung, die Demokratie und die Freiheit nicht für etwas Selbstverständliches zu halten, sondern als etwas zu verstehen, für das wir jeden Tag einstehen müssen und das wir jeden Tag neu sichern müssen. Es ist unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, dass wir solche Zeiten hinter uns lassen. Wenn wir uns in der Welt umblicken und viele Diktaturen und Gewaltherrschaften sehen, dann sollten wir immer mit bedenken: Sie sind mit Verschwundenen, mit Getöteten verbunden. So, wie wir das hier sehen, gibt es keine Diktatur, die keine Opfer hat. Das ist auch eine Mahnung an uns alle, die Freiheit, die wir haben, zu schätzen und zu verteidigen.