„Wir leben nicht in Friedenszeiten“

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Kanzler bei Spatenstich für Munitionsfabrik „Wir leben nicht in Friedenszeiten“

Bundeskanzler Scholz hat bei Rheinmetall im niedersächsischen Unterlüß betont, wie wichtig eine „flexible, moderne und tüchtige Verteidigungsindustrie“ ist. Ab 2025 soll die neue Munitionsfabrik 200.000 Schuss Artilleriemunition im Jahr herstellen.

Kanzler Scholz und Verteidigungsminister Pistorius bei Rheinmetall

Bundeskanzler Scholz hat am Montag Rheinmetall in Unterlüß besucht – hier im Gespräch mit Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender von Rheinmetall.

Foto: Bundesregierung/Steins

Die militärische Unterstützung der Ukraine sowie die Ausrüstungslücken der Bundeswehr sind große Herausforderungen. Der Rüstungskonzern Rheinmetall erweitert deshalb die Produktionsstätten. Bei der Grundsteinlegung der neuen Munitionsfabrik in der Südheide zeigte sich Bundeskanzler Olaf Scholz beeindruckt von der Schnelligkeit und den Dimensionen des Projekts. Vor dem Festakt zum Spatenstich besichtigte der Bundeskanzler gemeinsam mit Verteidigungsminister Boris Pistorius und der dänischen Ministerpräsidentin Mette Frederiksen die bestehenden Produktionsstätten.

300 Millionen Euro Unternehmensinvestitionen 

In seiner Rede verwies der Kanzler darauf, dass aktuell an der Front in der Ost- und Südukraine mehrere tausend Artilleriegeschosse pro Tag abgefeuert würden. Das zeige, wie wichtig eine eigenständige und dauerhafte Produktion solcher Munition sei. „Mit der Investition von 300 Millionen Euro in das neue Niedersachsen-Werk legen Sie die Grundlage dafür, die Bundeswehr und unsere Partner in Europa eigenständig und vor allem dauerhaft mit Artilleriemunition zu versorgen“, sagte er. Zudem würden mit der neuen Fabrik rund 500 neue Arbeitsplätze in der Südheide geschaffen.

Kanzler Scholz im Gespräch mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei Rheinmetall

Kanzler Scholz im Gespräch mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei Rheinmetall.

Foto: Bundesregierung/Steins

Europäische Verteidigungskräfte bündeln

Zur Unterstützung der Ukraine reichten Deutschlands Kräfte allein aber nicht aus. Der Kanzler dankte der dänischen Ministerpräsidentin Frederiksen. Was Deutschland und Dänemark gemeinsam leisteten, könne eine Blaupause sein für die engere europäische Verteidigungszusammenarbeit. Beide Länder würden auf dem Gebiet der Beschaffung von militärischem Material gut kooperieren. Außerdem begrüßte Scholz, dass Dänemark der von Deutschland initiierten European Sky Shield Initiative beigetreten ist, „mit der wir die europäische Luftverteidigung im Rahmen der NATO stärken wollen.“

Er appellierte, dass nicht nur die Vereinigten Staaten, sondern auch alle europäischen Länder noch mehr zur Unterstützung der Ukraine beitragen müssten. Frederiksen rief ebenfalls alle europäischen Partner dazu auf, wie Dänemark und Deutschland ihre Rüstungsproduktion zu erhöhen, um die europäische Verteidigung zu stärken.

Militärische Unterstützungsleistungen: Deutschland unterstützt die Ukraine mit Ausrüstungs- und Waffenlieferungen – aus Beständen der Bundeswehr und durch Lieferungen der Industrie, die aus Mitteln der Ertüchtigungshilfe der Bundesregierung finanziert werden. Hier finden Sie eine Übersicht.

Solide industrielle Grundlage für eine starke Verteidigung 

Dabei ginge es nicht nur um die nötigen finanziellen Mittel, sondern auch um eine solide industrielle Grundlage für eine starke Verteidigung. „Und die entsteht, wenn wir Europäer unsere Bestellungen bündeln, wenn wir unsere Mittel zusammenführen“, so Scholz. So gebe man der Industrie Perspektiven für die nächsten Jahrzehnte.

Bundeswehr zu einer der leistungsfähigsten Streitkräfte machen

Mit Blick auf das schnelle Hochfahren der Produktion sagte der Bundeskanzler: „Mit dem Sondervermögen für die Bundeswehr von 100 Milliarden Euro und mit unserer inzwischen eingelösten Zusage, jetzt und in Zukunft zwei Prozent unserer Wirtschaftsleistung für die Verteidigung unseres Landes und unserer Bündnispartner einzusetzen, haben wir die Grundlage dafür gelegt.“

Auf diese Zusage könnten sich die Bundeswehr und die Industrie verlassen, bekräftigte Scholz. „Nur so erreichen wir unser Ziel, die Bundeswehr wieder zu einer der leistungsfähigsten konventionellen Streitkräfte in Europa zu machen.“

Rheinmetall ist eines der größten Rüstungsunternehmen in Deutschland. Angesichts der jüngsten Krisenentwicklungen erhält der Konzern so viele Militäraufträge wie kaum zuvor. Vor allem auch die Nachfrage nach Munition ist deutlich gestiegen. Im neuen Werk in Unterlüß sollen neben Munition auch Sprengstoff und Komponenten für Raketenartillerie produziert werden. Rheinmetall wurde 1889 als „Rheinische Metallwaren- und Maschinenbaufabrik Actiengesellschaft“ gegründet. Heute ist das Unternehmen ein global agierender Technologiekonzern, der Komponenten, Systeme und Services für die Sicherheitsindustrie und zivile Industrien entwickelt und vertreibt. Rund 33.700 Beschäftigte arbeiten an 172 Standorten in 33 Ländern.