Aufbruch gemeinsam schaffen

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Handwerks-Zukunftsforum Aufbruch gemeinsam schaffen

Deutschland könne auch in Zukunft technologisch und wirtschaftlich vorn dabei sein, so Bundeskanzler Scholz beim „Zukunftsforum Wirtschaft – Arbeit – 2030“. Bei der Veranstaltung diskutierte er mit sächsischen Handwerkerinnen und Handwerkern, wie es gelingt, die aktuellen Herausforderungen zu meistern und ein starkes Industrie- und Handwerksland zu bleiben.

Bundeskanzler Scholz in Dresden

Um neue Entwicklungen schneller möglich zu machen, müssten weitere Vorschriften abgeschafft oder verändert werden, betonte Kanzler Scholz in Dresden. 

Foto: Bundesregierung/Kuegeler

Nach der Sicherung der Energieversorgung und der Stabilisierung von Wirtschaft und Arbeitsplätzen nach Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine gelte es nun dafür zu sorgen, „dass wir den möglichen Aufbruch unserer Volkswirtschaft, die Zukunft, die wir erreichen wollen, auch tatsächlich schaffen, dass wir es hinkriegen, dass das für alle möglich wird, die bei uns leben und den wirtschaftlichen Aufschwung tatsächlich zu schaffen“, sagte der Kanzler.

Er stellte sich im „njumii“, dem Bildungszentrum der sächsischen Handwerkskammer in Dresden den zahlreichen Fragen von Handwerks-Unternehmerinnen und -Unternehmern.

In der Krise zusammengehalten

Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine habe viele Gewissheiten und Pläne über den Haufen geworfen sowie einen Neustart nach der Pandemie verhindert. Aber alle schlimmen Befürchtungen, auch zur Energieversorgung seien nicht eingetreten, „weil wir zusammengehalten haben, weil wir die Ärmel hochgekrempelt haben und dafür gesorgt haben, dass in kürzester Zeit alles anders wird als es vorher war.“

Der deutsche Staat habe viele hundert Milliarden Euro in die Hand genommen, um Wirtschaft und Arbeitsplätze zu erhalten. Es sei gelungen, die Gasspeicher zu füllen und andere Lieferquellen zu erschließen, neue LNG-Terminals und -Leitungen zu bauen, um die Energieversorgung über den Winter sicherzustellen. Darauf könne Deutschland stolz sein. Das sähen auch andere Länder so.

Zuversichtlich die Veränderungen angehen

Das sei kein Grund stehen zu bleiben, um nicht wieder in neue Abhängigkeiten zu geraten. Nun gelte es den Aufbruch in Deutschland und den wirtschaftlichen Aufschwung zu schaffen. Der menschengemachte Klimawandel müsse aufgehalten werden, bei der Digitalisierung müsse man vorne dabei sein.

Dass sich viele Sorgen machen um die Veränderungen in der Welt sei nur zu verständlich. Deshalb sei es wichtig, den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Zuversicht zu stärken. Denn „den möglichen Aufbruch unserer Volkswirtschaft, die Zukunft, die wir erreichen wollen“, solle für alle möglich sein, die bei uns leben, betonte der Kanzler. Die Chancen und Perspektiven Deutschlands als heute viertgrößte Volkswirtschaft der Welt sollten für alle klarer benannt werden.

Mit neuen Technologien weltweit weiter vorn dabei sein

Dazu gehöre, dass Deutschland technologisch und wirtschaftlich „mit dem, was wir können, weiterhin vorn dabei sind, dass Technologien, die für die Welt wichtig sind, bei uns entwickelt und von uns vertrieben werden und bei uns eingesetzt werden können. Das ist das, was wir zustande bringen müssen“. Und das sei in einer sich verändernden Welt erreichbar, so Scholz.

Es gehe nun zuallererst darum, ganz viele Wind-, Solar- und Elektrolyseanlagen und Stromleitungen über tausende Kilometer zu bauen – auch mit anderen Partnerländern gemeinsam. Alle Technologien seien in Deutschland in hohem Maße vorhanden. Die Möglichkeiten seien gegeben und damit sei neue Wirtschaftskraft zu generieren.

Um neue Entwicklungen schneller möglich zu machen, müssten weitere Vorschriften abgeschafft oder verändert werden. Auf die lange Tradition der beruflichen Ausbildung gelte es aufzubauen. Der Meisterprüfung als öffentliche Garantie für fachgerechte Arbeit sei für ein höheres Tempo unerlässlich.  

Wenn die Wirtschaft wachse, würden viele Arbeitskräfte gebraucht. Die berufliche duale Ausbildung, die Lehre, sei eine große Kompetenz und prägend für die deutsche Wirtschaft. Deshalb müssten auch Fachkräfte anderswoher geholt werden, sagte der Kanzler.

Viele Fragen aus dem Handwerk

Der Kanzler beantwortete zahlreiche Fragen der anwesenden Handwerks-Unternehmerinnen und -Unternehmer: zu Löhnen, Tarifbindung, Inflation und Qualifizierung bis zu Investitionen, beispielsweise in Erneuerbare Energien.

Ordentliche Löhne für Fachkräfte

Arbeitskräfte in Deutschland müssen ordentlich bezahlt werden. Dafür stehe der höhere Mindestlohn, so Scholz. Gegen die Schwarzarbeit werde die Zollverwaltung verstärkt. „Wir haben die Sozialversicherungsbeiträge für Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen mit Einkommen bis zu 2000 Euro reduziert“, so Scholz. Damit haben sie mehr Netto in der Tasche und die Arbeitgeber sind ebenfalls entlastet. Tarifbindung lohne sich für Arbeitgeber auch in Zukunft. Denn damit könnten Arbeitgeber zeigen, dass sie ordentliche Löhne zahlen und die Arbeitsbedingungen stimmen.

Die Bundesregierung versuche die hohe Inflation zu bekämpfen. Die Bundesregierung werde dafür sorgen, dass der Kostentreiber Energie billiger werde. Wenn künftig so viel Erneuerbare Energie in Deutschland hergestellt werde wie möglich, werde diese insgesamt zunehmend billiger.

Handwerk für die Wärmewende unerlässlich

Wer als Unternehmer in Erneuerbare Energien und Energieeffizienz investiere, werde weniger mit dem CO2-Preis belastet. Denn dieser Preis werde sich nach und nach verteuern. Wenn es überall bereits mehr Strom aus Erneuerbaren Energien gäbe, wären die Preise bereits erheblich geringer. Die Bundesregierung wolle etwa den Stromleitungsausbau massiv beschleunigen, um mehr Erneuerbare Energie überall hinzuleiten.

Für die Umsetzung der Energie- und Wärmewende sei das Handwerk unerlässlich, auch für die Beratung der Kunden. Mit dem auf den Weg gebrachten Heizungsgesetz habe sich die Bundesregierung nicht auf eine Technologie festgelegt. Es werde viele verschiedene Technologien geben, um bei der Gebäudewärme klimaneutral zu werden.